Mo, 20. November 2017

Frauli zog weg

03.11.2017 08:52

Streit um Scheidungshund endete vor Höchstgericht

Alles war - per Scheidungsvergleich - nach der Trennung eines Paares geregelt: Wer geht mit "Bella" äußerln, wer zahlt das Futter und den Tierarzt? Dann zog die Frau aus Wien weg und nahm den Hund auch mit in ihr neues Leben. Das konnte das Herrchen nicht verkraften und brachte die Klage ein. Der Streit um das geliebte Tier ging sogar bis zum Obersten Gerichtshof.

Die Ehe des betreffenden Paares endete ohne Streit. Es wurde ein detaillierter Vergleich ausgearbeitet. Wesentlicher Inhalt war, was mit dem - von beiden - geliebten Hund passieren soll. Dass sämtliche Kosten, bis zum Knabberstangerl, geteilt werden, war schnell klar. Im Vergleich wurde aber auch geregelt, was nach dem Umzug der Frau weg aus Wien passieren würde. Dass sie ihn mitnehmen darf. Der Mann billigte ihr eine "alleinige Betreuungsverantwortung" zu.

Gericht entschied: Ursprünglicher Vergleich gilt
Kaum war die Frau mit "Bella" abgereist, bereute er schnell sein Entgegenkommen. Er wollte den Vergleich samt Generalklausel, dass alle "wechselseitigen Ansprüche bereinigt" seien, wieder aufmachen und neu verhandeln. Wie die Höchstrichter im Urteil ausführen, macht es einen beträchtlichen Unterschied, welche rechtliche Position ein Hund bei der "nachehelichen Aufteilung" einnimmt. Ist er vielleicht ein Rettungs- oder Diensthund, wurde er von einem Partner in die Beziehung gebracht oder ist er, wie im konkreten Fall, ein "Familienhund"? Hier gilt klar und ein für alle Mal der ursprüngliche Vergleich. Nachverhandlungen ausgeschlossen.

Peter Grotter, Kronen Zeitung

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