Sa, 18. November 2017

Probeflug

24.10.2017 20:19

Pilotprojekt soll Versorgung mit Drohnen testen

Dieser Jungfernflug sorgte für Staunen: Im August brachte eine Elektro-Drohne eine Kiste gefüllt mit 50 Kilogramm Lebensmittel auf die Pinzgauer Hütte in Zell am See. Ein womöglich zukunftsweisender Test, denn die Naturfreunde erhoffen sich eine umweltfreundliche Versorgung mit Hilfe der modernen Fluggeräte.

Inzwischen hat man die Daten vom Sommer genau ausgewertet und viele Erkenntnisse daraus gezogen. Fest steht: Die elektrisch betriebene Drohne kann Lasten bis zu 100 Kilogramm transportieren, der Akku reicht dann zirka zwölf Minuten, bei 50 Kilogramm zirka 20 Minuten. Das Fluggerät steckt Windgeschwindigkeiten bis zu 55 km/h weg und auch Temperaturen bis minus 20 Grad.

Technik ist ausgereift, aber Gesetze überholt
Technisch ist diese neuartige Versorgung der Hütten in Salzburg also kein Problem, aber der Paragrafen- und Genehmigungsdschungel ist enorm. Zur Zeit sind nur Sichtflüge gesetzlich erlaubt, also darf der Pilot das Gerät nicht aus den Augen verlieren, im alpinen Gelände ein Problem. Dabei wäre es bereits jetzt möglich, Routen einzuprogrammieren und die Drohne alleine fliegen zu lassen, immer unter Aufsicht eines ausgebildeten Piloten, aber eben auch ohne Sichtkontakt.

"Da sind wir dran. Die Naturfreunde warten die Regierungsbildung ab und werden sich dann an den zuständigen Minister wenden, um unsere Idee für die umweltfreundliche Versorgung zu präsentieren. Das Ziel ist ein Pilotprojekt mit einer autonom fliegenden E-Drohne für das Leopold Happisch Haus im Tennengebirge. Natürlich in Absprache mit allen Beteiligten wie Grundstücksbesitzer und so weiter", sagt Regina Hrbek von den Naturfreunden Österreich. Am Ende sollte dann feststehen, ob diese Methode praktikabel ist, so womöglich zahlreiche teure und laute Hubschrauberflüge eingespart werden können. "Viele hochalpine Hütten machen jetzt im Herbst zu oder haben ihre Pforten geschlossen. Auch hier hätten wir Gelegenheit, den Müll ins Tal zu transportieren", so Hrbek.

Viele Hütten könnten sich Drohne "teilen"
Geht der Plan der Naturfreunde auf, könnten in Zukunft an mehreren Standorten in Österreich Drohnen stationiert, je nach Bedarf eingesetzt werden. 21 Hütten des Vereins gibt es alleine in Salzburg, 140 in Österreich. Die Wirtsleute der Pinzgauer Hütte in Zell am See, Christian und Silvia Schatzer, waren jedenfalls begeistert. "Wir haben die Kiste mit der Jause drin nach dem Testflug geöffnet, alles war an seinem Platz", bestätigten sie.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

Zitat: Dipl. Ing. Regina Hrbek, Naturfreunde
Wir erwarten uns vom neuen Ministerium Unterstützung, nicht nur finanziell, sondern auch mit Know-how.

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