Fr, 24. November 2017

Hinter Mauern

07.10.2017 12:34

Sensation in Stift Stams: Barocke Fresken entdeckt

Rundum renoviert präsentiert sich das Juwel Stift Stams seit Kurzem den Besuchern. Doch kaum jemand weiß, dass im Gartenhaus noch ein Schatz versteckt ist. Jetzt wird er gehoben. Stück für Stück werden barocke Fresken im Gartenhaus des Stiftes freigelegt.

In barockem Glanz steht sie da, die Stiftskirche der Zisterzienserabtei in Stams. Da kann man das unscheinbare Gartenhaus im Süden der Basilika leicht übersehen. Ein vergleichsweise kleines Gebäude. Schmucklos. Unspektakulär.

Doch das viele Jahrzehnte als Wohnhaus und zuletzt als Lager genutzte Gebäude hat es in sich. Abt German Erd und Landeskonservator Walter Hauser ist die Freude über die Entdeckung ins Gesicht geschrieben. Eine Entdeckung, die für Denkmalschützer einer Sensation gleichkommt. "So etwas kommt nur mehr ganz selten vor. 25 Jahre ist es sicher schon her, dass wir Vergleichbares aufgespürt haben", unterstreicht Walter Hauser die Bedeutung, während er zwischen Bauschutt und Staub über die kleine Holztreppe in den ersten Stock des Gartenhauses emporsteigt.

Barocke Fresken

Hier oben war er versteckt. Zugemauert, übermalt, vergessen! Ein Schatz aus dem 18. Jahrhundert. Auf seine Spur kam man im Zuge der Renovierung von Stift Stams. Jetzt werden sie freigelegt: wertvolle barocke Fresken, die in bemerkenswert gutem Zustand erhalten sind. Hauser: "In der Zwischenkriegszeit wurde das Gebäude zum Wohnhaus umfunktioniert. Damals dürften die Fresken in den Nischen zwischen den Fenstern zugemauert worden sein. Da waren aber keine Ignoranten am Werk, sondern Leute, die nichts zerstören wollten."

Sieben Nischen

Sieben Nischen, sieben Fresken, sieben Motive, die es noch zu deuten gilt. Man steht erst am Beginn. Ursprünglich dürfte der Raum auch Deckenfresken gehabt haben. Die sind verloren. Hauser zeigt auf eines der Bilder. Die Jahreszahl 1758 ist dort vermerkt. Sie passt zur Entstehungszeit des Gebäudes. Um 1740 wurde es errichtet. In den Klosterarchiven finden sich Hinweise, dass hier Veranstaltungen wie Theatervorstellungen stattfanden. Tragödien und Komödien vor kunstvoll gestalteten Wänden. Wer der Schöpfer war, auch das ist noch unklar.

Ideen für die Zukunft

Abt German Erd kann sich gut vorstellen, dass der Raum auch in Zukunft für Veranstaltungen genutzt werden wird: "Wir brauchen immer wieder Platz für Seminare oder für Konzerte. Der Bernardisaal hat keine Heizung, kann also im Winter nicht genutzt werden. Da würden wir uns über eine Alternative freuen."

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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