Fr, 24. November 2017

Fund in Kolumbien

07.10.2017 07:33

Neue Art von Schmuckschildkröte entdeckt

In einer Grenzregion Kolumbiens zu Panama haben Forscher eine neue Schmuckschildkröten-Art nachgewiesen. Die Tiere seien erstaunlicherweise mit Arten verwandt, die in mehreren Tausend Kilometer Entfernung vorkommen, teilte die zum Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen gehörenden Naturhistorische Sammlungen in Dresden am Freitag mit.

Die neue kolumbianische Schmuckschildkröte aus dem Rio Atrato erreicht etwa 22 Zentimeter Panzerlänge und ist besonders farbenprächtig, mit gelben und roten Weichteilstreifen und einer oft intensiv roten Färbung der Panzerunterseite. Sie wurde wissenschaftlich zu Ehren von Federico Medem, einem verstorbenen deutschstämmigen kolumbianischen Wissenschaftler als Trachemys medemi benannt, da er bereits in den 1950er-Jahren auf Besonderheiten der Atrato-Schmuckschildkröten hingewiesen hatte.

Medem hatte das Aussehen und das Erbgut kolumbianischer Schmuckschildkröten untersucht und dabei festgestellt, dass es im Rio Atrato nahe der Grenze zu Panama eine genetisch völlig isolierte Gruppe der Tiere gibt. "Sie sind nicht mit den benachbarten Schmuckschildkröten-Arten verwandt, sondern mit Schmuckschildkröten aus Brasilien, die durch den Amazonas getrennt in mindestens 3700 Kilometer Entfernung leben", erklärte Uwe Fritz, Direktor der Sammlungen.

Tiere sind stark bedroht
Obwohl ihr kleines Verbreitungsgebiet zum Teil in Schutzgebieten liege, seien die Tiere stark bedroht, hieß es. "In Kolumbien werden in der Fastenzeit vor Ostern unvorstellbare Mengen von Schmuckschildkröten gefangen, da sie als "Fisch" gegessen werden dürfen", erklärte Mario Vargas-Ramirez von der Universidad Nacional und Erstautor der im "Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research" veröffentlichten Studie. "Zudem verkleinern Waldrodungen den natürlichen Lebensraum der Tiere." Daher sei ein umfassendes Schutzkonzept nötig, so die Forscher.

 krone.at
Redaktion
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