Di, 24. April 2018

Ancelotti-Nachfolger

06.10.2017 16:13

Bayern bestätigt: Jupp Heynckes kehrt zurück!

Nun hat es der Verein bestätigt: Jupp Heynckes wird wieder Trainer von Bayern München. Zum vierten Mal übernimmt der mittlerweile 72-Jährige das Amt beim deutschen Rekordmeister. "Ich wäre zu keinem anderen Verein der Welt zurückgekehrt, aber der FC Bayern München ist eine Herzensangelegenheit für mich", sagte Heynckes zu seinem neuen Engagement.

1.586 Tage ist es her, seit Jupp Heynckes seinen Rückzug aus dem Profifußball bekannt gegeben hat. Nun kehrt der Fußballlehrer aus Mönchengladbach nach über vierjähriger Abwesenheit ins Geschäft zurück. Als Trainer von Bayern München folgt Heynckes auf den Italiener Carlo Ancelotti, der in der Vorwoche einen Tag nach dem desaströsen 0:3 in der Champions League bei Paris Saint-Germain entlassen wurde.

In München halten die Verantwortlichen nach wie vor große Stücke auf die Arbeit des Rückkehrers. Wie groß die sind, zeigt sich daran, dass man auf Heynckes' Wunsch hin Co-Trainer Peter Hermann aus dessen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf freikaufte. Denn die Erfahrung zeigt, dass Heynckes mit den gegebenen Voraussetzungen in München gut klarkommt. Von 1987 bis 1991, 2009 und 2011 bis 2013 war er bereits Trainer in der Landeshauptstadt.

Rummenigge: "Idealer Trainer"
"Zwischen Jupp Heynckes und dem FC Bayern besteht ein großes Vertrauensverhältnis. Wir sind Jupp sehr dankbar, dass er uns als Cheftrainer zugesagt hat. Er ist zum jetzigen Zeitpunkt der ideale Trainer für den FC Bayern", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Sportdirektor Hasan Salihamidzic nannte Heynckes einen "Meister in Sachen Menschenführung und Taktik. Wir sind überzeugt davon, dass er genau der richtige Mann ist, um die Mannschaft in der aktuellen Situation wieder zum Erfolg zu führen und um unsere Ziele zu erreichen."

Im März 2011 traf Heynckes auf eine vergleichbare Situation an der Säbener Straße. Die Stimmung in München war nicht gut. Dortmund stand an der Tabellenspitze, und der damalige Trainer, der Niederländer Louis van Gaal, war bei den Spielern in Ungnade gefallen. Daraufhin zogen Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß die Notbremse und holten Heynckes, um zu kitten, was zu kitten war. Seinen Rücktritt 2013 verkündete Heynckes, nachdem er die Bayern zum Triple, bestehend aus Meisterschaft, Cup und Champions League, geführt hatte.

Die Reaktivierung des Welttrainers von 2013, die auf den ersten Blick wie ein Verzweiflungsakt wirken kann, deutet in zweiter Instanz auf Weitblick der Bayern-Führung hin. Ancelotti war in München Plan A. Einen Plan B, nachdem der Italiener durch diskussionsbedürftige Personalentscheide das Vertrauen in der Kabine verspielt hatte, besaß der FCB nicht.

Auf Tuchel verzichtet
Zwar standen schnell mögliche Nachfolger im Fokus, eine Ideallösung war aber nicht in Sicht. Entsprechend uneinig waren sich die Vereinsbosse Rummenigge und Hoeneß. Der frühere Dortmund-Trainer Thomas Tuchel, Rummenigges Favorit, wäre den Münchnern sofort zur Verfügung gestanden. Der akribische Fußballlehrer, der sportlich die Voraussetzungen der Bayern erfüllt hätte, gilt aber neben dem Platz als schwieriger Charakter.

Nagelsmann-Engagement in der Zukunft?
Der gebürtige Bayer Julian Nagelsmann, den Hoeneß gerne in München sehen würde, besitzt noch einen Vertrag in Hoffenheim. Die Wahrscheinlichkeit, dass die TSG ihren Erfolgscoach während der Saison ziehen lassen würde, wäre nicht sehr hoch gewesen. Als langfristige Lösung, in der vierten "Post-Heynckes-Zeit" in München, bleibt Nagelsmann aber eine Perspektive, auch wenn im Kraichgau noch keine Anfrage aus München eingetroffen ist.

Heynckes vom Pensionist zum "Plan A1"
Mangels Alternativen stieg Heynckes, der mit den Bayern insgesamt drei Meistertitel gewann, vom Pensionist zum "Plan A1" auf. Er kennt die Strukturen, die Führungsriege und das "Mia-San-Mia-Konzept" wie kaum ein anderer. Zudem schätzt und kennt ihn das Gros der Wortführer in der Kabine des FC Bayern. Manuel Neuer, Javi Martinez, Jerome Boateng, Franck Ribery, Thomas Müller, Arjen Robben und auch ÖFB-Star David Alaba spielten schon 2013 unter dem Altmeister.

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