Mo, 18. Dezember 2017

Merkel verunglimpft

10.09.2017 14:04

Radikale E-Mail von AfD-Kandidatin aufgetaucht

In Deutschland sorgt ein E-Mail der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel für Wirbel: Einem Bericht zufolge soll die Mail an einen Vertrauten rassistische Bemerkungen und demokratieverachtende Thesen enthalten. Weidel selbst bestreitet, die Verfasserin des Textes zu sein. Der zweite AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland sprach von einer "erbärmlichen Kampagne".

Die "Welt am Sonntag" berichtet, ihr liege eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers, eines früheren Bekannten Weidels, vor. Dem Blatt zufolge heißt es in der E-Mail vom 24. Februar 2013 in Originalschreibweise: "Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden."

"Marionetten der Siegermächte"
Zudem werde in dem Schreiben die deutsche Bundesregierung von Angela Merkel (CDU) verunglimpft: "Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK und haben die Aufgabe, das dt Volk klein zu halten indem molekulare Buergerkriege in den Ballungszentren durch Ueberfremdung induziert werden sollen", zitiert das Blatt weiter. Außerdem werde kritisiert, dass Deutschland nicht souverän und die Justiz bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht korrumpiert sei.

Gauland: "Erbärmliche Kampagne"
AfD-Sprecher Christian Lüth sagte auf Anfrage der Deutschen Nachrichten-Agentur (dpa), Weidel habe ihm versichert, diese Mail stamme nicht von ihr. Es sei "eine Fälschung". Gauland nannte die Vorwürfe gegen Weidel unhaltbar. "Diese E-Mail ist nicht ihre Sprache, passt gar nicht zu ihr", erklärte er auf Anfrage am Sonntag. "Es ist der üble Versuch, die AfD um jeden Preis aus dem Bundestag zu halten."

Mails mit früherem Spitznamen gezeichnet
Der Empfänger der Mail führte gegenüber der Zeitung zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Betreffzeile der Mail auf ein Gespräch mit ihm beziehe, und sie diese wie üblich mit ihrem Spitznamen "Lille" gezeichnet habe. Auch nach dpa-Informationen war "Lille" früher ein Spitzname Weidels.

Zu der Zeit, aus der die Mail angeblich stammt, soll Weidel nach Angaben der Zeitung noch nicht Parteimitglied gewesen sein. Sie habe damals aber begonnen, sich im AfD-Vorläufer "Wahlalternative 2013" zu engagieren, schreibt die "Welt am Sonntag".

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