Do, 24. Mai 2018

Sturm wütet in Texas

28.08.2017 06:52

Nach Monster-Hurrikan zweites "Katrina" befürchtet

Die Flutkatastrophe nach Hurrikan "Harvey" spitzt sich im US-Staat Texas weiter zu. Denn der Regen hört nicht auf. Nach Angaben von Gouverneur Greg Abbott waren am Sonntag massive Rettungsaktionen mit Hunderten Booten und Dutzenden Helikoptern im Gange, um Menschen aus ihren überfluteten Häusern oder von Hausdächern zu bergen. Besonders betroffen ist die Millionenmetropole Houston, zahlreiche Teile der viertgrößten Stadt der USA stehen unter Wasser. Die Hochwasserschäden könnten Experten ähnlich hoch liegen wie bei "Katrina" im Jahr 2005.

Damals gab es in den US-Staaten Louisiana und Mississippi Schäden von mehr als 15 Milliarden US-Dollar. 1800 Menschen kamen ums Leben. Besonders betroffen war New Orleans. Teile von Louisianas größter Stadt wurden zerstört. Zwar sind die meisten geflohenen Menschen wieder zurückgekehrt, doch die Stadt hat sich nach wie vor nicht von der Katastrophe vor mehr als zehn Jahren erholt. Außerhalb der Touristengebiete gibt es menschenleere Gebiete. "Die Stadt wird nie wieder so sein, wie sie war", hört man immer wieder.

Houston unter Wasser
Nach "Harvey" ist Houston besonders betroffen. Bereits schwer überflutet, muss sie sich dem Nationalen Wetterdienst zufolge im Laufe der Woche wahrscheinlich auf zusätzliche 100 bis 127 Zentimeter Niederschlag - eine in der Region noch nie da gewesene Menge - einstellen. In Houston leben etwa 2,3 Millionen Menschen, im Großraum Houston sind es 6,5 Millionen.

Der Internationale Flughafen wurde am Sonntag bis auf Weiteres geschlossen. Auch die Schulen machen mindestens bis zum 5. September dicht. Bis in die Innenstadt Houstons hinein sind Straßen unpassierbar, nach Behördenangaben alle Autobahnen in der Umgebung überschwemmt. Helfer in Booten retteten Menschen aus überfluteten Häusern, andere Einwohner wurden mit Hilfe von Hubschraubern von Dächern in die Luft geseilt und in Sicherheit gebracht.

Wie dramatisch bereits jetzt die Lage ist, drückte sich in einem Foto aus, das auf Twitter veröffentlicht wurde: Es zeigt mehrere Bewohner eines Pflegeheimes in Dickinson bei Houston, denen im Sitzen das Wasser mindestens bis zur Taille steht. Gepostet wurde es nach Medienberichten vom Schwiegersohn der Eigentümerin des Heimes, die es seiner Frau - ihrer Tochter - am Sonntagmorgen zugeschickt hatte, um Hilfe zu bekommen. Die Tochter, Kimberly McIntosh, sagte dem Sender CNN, die Aufnahme sei echt. Demnach wurden alle Senioren in dem Heim später von Nationalgardisten in Sicherheit gebracht. Ein Behördenvertreter habe das bestätigt, teilte CNN mit.

Unterdessen gingen auch andernorts Evakuierungen weiter, so in Rockport, wo "Harvey" zahlreiche Häuser dem Erdboden gleichgemacht hatte. In der Stadt mit rund 10.000 Einwohnern, die mit schönen Stränden und künstlerischem Flair als eine Perle des Staates gilt, existiert praktisch keine Infrastruktur mehr. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Dennoch wollen viele bleiben - und so bald wie möglich mit dem Wiederaufbau anfangen.

Die Stadt Dallas machte ihr Kongresszentrum zu einer Herberge für Flutopfer, wie CNN berichtete. Bis zu 5000 Menschen können dort unterkommen.

"Harvey" forderte Todesopfer
Mittlerweile gibt es auch bereits die ersten Toten. Eine Frau starb, als sie mit ihrem Auto durch die überfluteten Straßen im Westen der Millionenstadt Houston fuhr. Ein weiterer Mensch kam bei einem Hausbrand in der besonders stark getroffenen Kleinstadt Rockport ums Leben, wie der Bürgermeister Charles Wax am Samstag sagte.

Trump will in Katastrophengebiet reisen
Das Weiße Haus kündigte am Sonntag an, Präsident Trump werde am Dienstag die betroffenen Gebiete besuchen. Im Kurzbotschaftendienst Twitter hatte Trump zuvor geschrieben, er werde erst nach Texas reisen, wenn dies "keine Störung" des Katastropheneinsatzes verursache. Der Schwerpunkt müsse "auf Leben und Sicherheit liegen".

 krone.at
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