Mo, 22. Jänner 2018

"Verrückt"

19.07.2017 16:31

Mikrofonpanne: Netanyahu zieht über EU her

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist auf dem Kongress mit der Visegrad-Gruppe wegen einer Mikrofonpanne bei massiver Kritik an der EU ertappt worden. Es sei "verrückt", wie die Europäische Union Israel behandle, sagte Netanyahu angeblich am Mittwoch bei seinem Besuch in Ungarn.

"Die Europäische Union ist die einzige Vereinigung von Ländern weltweit, die ihre Beziehungen mit Israel an politische Bedingungen knüpft", zitiert ihn die Zeitung "Haaretz". Netanyahu bezog sich mit seiner Kritik auf technologische Kooperationen, die die EU von der Schaffung der Voraussetzungen für Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern abhängig gemacht habe.

Im Gespräch mit Orban
Israels Regierungschef befand sich demnach unter anderem im Gespräch mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. Sein Mikrofon soll bei dem privaten Treffen zeitweise noch eingeschaltet gewesen sein, sodass ihn Journalisten außerhalb des Zimmers hören hätten können.

"Europa gefährdet seine eigene Entwicklung, indem es seine Beziehung zu Israel in Gefahr bringt wegen dieses verrückten Versuchs, Bedingungen zu schaffen" für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern, sagte er weiter. "Europa muss sich entscheiden, ob es leben und gedeihen will oder ausdörren und verschwinden."

Gespräche über israelische Luftschläge
Außerdem äußerte sich Netanyahu zu israelischen Luftschlägen gegen Waffenlieferungen für die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah in Syrien. "Ich habe (Russlands Präsident Wladimir, Anm.) Putin gesagt, wenn wir sehen, dass der Iran Waffen zur Hisbollah bringt, dann treffen wir die. Wir haben das schon Dutzende Male gemacht." Israel äußert sich üblicherweise nicht zu diesen Angriffen.

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