Fr, 24. November 2017

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28.07.2017 09:54

Bodenlos macht arbeitslos: Arbeitsplätze in Gefahr

Österreichs Öko-Gewissen Kurt Weinberger kämpft gegen Bodenvernichtung. Viele Prominente unterstützen den Chef der Hagelversicherung bei seiner Kampagne.

"Unsere fruchtbaren Äcker verschwinden in erschreckendem Tempo unter Asphalt und Beton. Allein heuer ist etwa die Fläche von 195 durchschnittlich großen Bauernhöfen vernichtet worden", schlägt Weinberger hartnäckig Alarm.

Kaum einer hat dieses Öko-Drama so wie er in seiner ganzen Tragweite erkannt und auch international thematisiert. Zuletzt machte sich sogar Arnold Schwarzenegger in Wien für die Rettung der heimischen Grünressourcen stark. Und auch Prinz Charles wurde bei seinem Besuch in Österreich von Weinberger ins Boot geholt. Heimische Persönlichkeiten wie Kardinal Christoph Schönborn, Nationalbibliothek-Direktorin Rachinger sowie Vienna Insurance-Group-Chefin Elisabeth Stadler versuchen jetzt die Politik wach zu rütteln.

"Derzeit bestimmen noch industriellen Lebensmittelproduzenten das Nahrungssystem. Der Preis des Bodens, der Luft, des Wassers und die Zerstörung der Arten werden nicht eingerechnet. Hier müssen enkelgerechte Entscheidungen gefällt werden. Wenn wir das System nicht in Ordnung bringen, wird der Preis für nachkommende Generationen hoch", appellieren die Initiatoren der Bodenschutz- Kampagne von Hagelversicherung und Kronen Zeitung.


Ihre Sorge gilt aber auch den mehr als eine halbe Million Arbeitsplätzen, die entlang der Wertschöpfungskette durch den Verlust des Bodens in Gefahr sind. Weinberger: "Es ist bereits fünf nach zwölf. Wir brauchen einen neuen Denkansatz und auch neue Raumordungskonzepte."

DATEN & FAKTEN

  • Österreich verbaut pro Jahr 0,5 Prozent seiner Gesamtfläche für immer neue  Einkaufszentren, Industriegebiete und Wohnflächen.
  • Täglich (!) verschwinden rund 20 Hektar an wertvollen Äckern und Wiesen für immer unter Asphalt und Beton. Das kommt einer Fläche von 30 Fußballfeldern gleich.
  • Hält diese Entwicklung an, stehen in 200 Jahren keine unverbauten, für andere Zwecke nutzbaren Agrarböden mehr zur Verfügung.
  • Der Bodenverbrauch gefährdet Versorgung mit heimischen Lebensmitteln, ebenso rund 500.000 Arbeitsplätze und die Schönheit der Natur Österreichs.
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