Sa, 18. November 2017

24 h nach Hallein:

06.06.2017 19:40

Wieder ein Überfall auf ein Wettbüro

24 Stunden nachdem es in Hallein zu einem Überfall auf ein Wettbüro kam, schlug nun ein Täter in einem Lokal in Eugendorf zu. Der Maskierte forderte von dem Angestellten Geld. Was der Mitarbeiter gar nicht bemerkte: Der Verbrecher hatte eine Waffe in seiner rechten Hand. Die Beute ist gering.

"Göd her", verlangte der Räuber in der Nacht zum Dienstag von dem Angestellten des Wettlokals in Eugendorf. Der Mitarbeiter - er war allein - händigte dem Mann einen Geldbetrag aus. So schnell wie der Täter kam, war er auch wieder weg. Der Angestellte gab gegenüber den Polizisten an, dass er keine Waffe gesehen habe. Erst in den Videoaufzeichnungen war es dann erkennbar: In der rechten Hand hatte der Unbekannte eine Pistole. Es war die zweite derartige Tat in Salzburg binnen 24 Stunden. Denn erst am Sonntag gegen 23 Uhr kam es, wie berichtet, zu einem Überfall in einem Wettbüro in der Halleiner Altstadt. Dort stürmte ein Unmaskierter in das Lokal und bedrohte den 19-jährigen Angestellten mit vorgehaltener Pistole. Nachdem der Täter von dem Mitarbeiter Geld bekam, forderte er ihn auch noch auf, den Standtresor hinter dem Verkaufspult zu öffnen. Der Räuber schlug dem 19-Jährigen dabei mehrmals mit der Pistole auf den Hinterkopf und verletzte ihn so.

Während es von dem Überfall in Hallein keine Videoaufnahmen gibt, weil das dortige System nichts aufzeichnet, gibt es von der Tat in Eugendorf sehr wohl Bilder. Bei dem Täter im Flachgau dürfte es sich um einen Mann von einer Größe von rund 1,90 Meter handeln. Er trug eine helle Sportkleidung, einen Pullover mit Kapuze und dazu dunkle Handschuhe. Dass es sich in Eugendorf um den selben Täter handelt wie in Hallein ist eher unwahrscheinlich. "Die Beschreibung von der Statur und Größe passen nicht zueinander", weiß Polizeisprecher Michael Rausch. Wie viele Wettlokale es in Salzburg gibt, ist unklar. Denn bisher war es ein freies Gewerbe, jeder konnte im Prinzip ein solches Geschäft eröffnen. Seit 1. Juni gilt in Salzburg aber das neue Wettgesetz.

Oft von Spielsüchtigen überfallen
"Ich bin froh, dass dieses jetzt gilt", sagt Grünen-Landtagsabgeordneter Simon Heilig-Hofbauer nach den beiden Überfällen. "Oft ist es so, dass Wettlokale von Spielsüchtigen überfallen werden, es handelt sich um Beschaffungskriminalität." Jetzt gelten strenge Regeln, um eine Bewilligung zu erhalten. Man muss ein Spielerschutzkonzept vorlegen, regelmäßig seine Mitarbeiter schulen, erkennt man, dass jemand spielsüchtig ist, muss dieser gesperrt werden. Für die bestehenden Wettlokale gibt es noch eine Übergangsfrist. Die Folgen bei Nichteinhaltung sind groß: Beim ersten Verstoß gibt es eine Strafe von 5000 €, beim zweiten ist die Bewilligung weg. Und das auch, wenn sich die Betreiber nicht an das Glücksspiel- oder Jugendschutzgesetz halten. SPÖ-Landeschef Walter Steidl wünscht sich weiterhin eine so genannte Bannmeile rund um die Wettbüros: "Wenn diese wie von uns vorgeschlagen in einem Umkreis von 300 Metern rund um Schulen und Kindergärten eingeführt werden würde, gäbe es weniger Wettlokale. Leider war die schwarz-grüne Landesregierung mutlos, sonst hätten wir jetzt in Salzburg eine solche Bannmeile."

Kronen Zeitung

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