Sa, 16. Dezember 2017

Familie verletzt

29.05.2017 07:24

Liechtensteinklamm bleibt zu

Die Gefahr ist nicht gebannt. Die Liechtensteinklamm - ein beliebtes Ausflugsziel im Pongau - bleibt Wochen, wenn nicht gar Monate, gesperrt. Der massive Felssturz am Samstagabend hat große Teile der Infrastruktur zerstört. Vier Inder wurden leicht verletzt. "Es war extrem dramatisch", so Ortschef Günther Mitterer.

Ein lautes Grollen hallte gegen 17 Uhr durch die Klamm. Felsen donnerten die Schlucht hinunter und rissen Teile der Steganlage mit sich. Auch Sicherheitsvorrichtungen wie ein Schutzkäfig konnten der Wucht nicht standhalten: "Der hat sich eigentlich bewährt. Aber mit diesen Massen hat man nicht gerechnet", erklärte Mitterer der "Krone" - seine Gemeinde St. Johann ist für die Klamm zuständig. Von 300 Tonnen Geröll ist die Rede. "Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen war es unvorhersehbar." Dennoch muss man von Glück im Unglück sprechen: So wanderten zum Zeitpunkt des Felssturzes nur mehr wenige Besucher durch die Liechtensteinklamm - 200.000 besuchen pro Jahr die Schlucht, die zu den tiefsten der Alpen zählt.

17 Personen und ein Hund wurden eingeschlossen: Über Notstege brachte die Bergrettung die Menschen in Sicherheit. Eine vierköpfige Urlauberfamilie aus Indien wurde von Steinen getroffen. Sie wurden aber nur leicht verletzt. Der Bürgermeister ist froh, dass nicht mehr Personen zu Schaden kamen und richtete Lob und ein "Dankeschön" an die Einsatzkräfte aus: "Alles andere kann man ja wieder reparieren."

Temperaturunterschiede als Ursache?
Landesgeologe Rainer Braunstingl vermutet Temperaturunterschiede als Ursache für den Felssturz, es wird mit weiteren Abgängen gerechnet. Ein weiterer Geologe wird Untersuchungen anstellen - außerdem werde die Gemeinde prüfen, was künftig gegen solche Vorfälle gemacht werden kann. Heute früh ist eine Besprechung angesetzt: "Dann sehen wir weiter." Fest steht: Die Klamm wird für längere Zeit nicht begehbar sein. Wann und ob sie wieder geöffnet wird - unklar. "Wir werden da vorsichtig vorgehen und uns sicher nicht unter Druck setzen lassen", so der Ortschef. Es bestehe weiter akute Felssturzgefahr.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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