Mi, 22. November 2017

Tunnel eingestürzt

10.05.2017 11:17

Sicherheitsalarm in Mega-US-Atommülldeponie

Nach dem Einsturz eines Tunnels in einem Atommülllager im Westen der USA ist am Dienstag Sicherheitsalarm ausgelöst worden. In dem eingestürzten Bereich befindet sich nach Angaben des Energieministeriums radioaktiv verseuchtes Material, das auf Eisenbahnwaggons gelagert ist. Allerdings gebe es keine Hinweise, dass bei dem Unglück in dem stillgelegten AKW Hanford Site im Bundesstaat Washington, der größten Atommülldeponie auf dem amerikanischen Kontinent, radioaktives Material freigesetzt wurde.

Der Alarm wurde um 8.26 Uhr Ortszeit ausgelöst. Bei einer Routineinspektion sei festgestellt worden, dass eine sechs mal sechs Meter große Geländefläche eingebrochen war, hieß es am Mittwoch. Zum Zeitpunkt des Alarms befanden sich fast 5.000 Mitarbeiter in der Anlage. Tausende Beschäftigte seien angewiesen worden, in Deckung zu gehen, wie eine Sprecherin des Ministeriums mitteilte. In direkter Nähe des eingestürzten Tunnels hätten sich aber nur ein halbes Dutzend Mitarbeiter aufgehalten. Verletzt worden sei niemand.

Ermittlungen laufen
Ein Notfallteam versuche nun herauszufinden, warum der Tunnel eingestürzt sei. Möglicherweise sei der Erdeinbruch auf Vibrationen durch Straßenarbeiten zurückzuführen. Die Luft über dem Gelände werde mit Hilfe von Robotern auf Radioaktivität überprüft, zur Sicherheit sei ein Flugverbot über dem Gelände verhängt worden.

Das frühere AKW Hanford Site liegt rund 300 Kilometer südöstlich der Großstadt Seattle. Auf dem gigantischen Gelände wurde im Zweiten Weltkrieg das Plutonium für die beiden Atombomben hergestellt, die von den USA kurz vor Kriegsende in Japan abgeworfen wurden. Das Atomkraftwerk wurde 1987 stillgelegt. Die Dekontamination und Entsorgungsarbeiten sollen im Jahr 2060 abgeschlossen sein, die Kosten werden sich bis dahin auf mehr als 100 Milliarden Dollar belaufen.

"Ein sehr gefährlicher Ort"
Tom Carpenter, Geschäftsführer der Interessengruppe Hanford Challenge, bezeichnete den Tunneleinsturz als "Weckruf": "Dies ist eine alte Anlage, sie wird nicht jünger. Und es ist ein sehr gefährlicher Ort."

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden