Mi, 22. November 2017

Zederhaus

10.03.2017 23:30

Eine „Krone“-Kampagne

"Wir lassen", so versprach ich dem Bürgermeister von Zederhaus, "euch unter keinen Umständen im Stich. Wir sind an eurer Seite und wir kämpfen mit euch!"

So fangen "Krone"-Kampagnen an, von unseren Gegnern, Konkurrenten und Neidern bis ins Letzte seziert, doch dabei ist es so einfach: Du schaust dir die Probleme und Sorgen der Menschen an, hörst die Vorschläge für eine Lösung und dann folgt eine beharrliche Berichterstattung.

Vor vielen Jahrzehnten hatten sich die Ortschefs in den Nord-Süd-Richtung verlaufenden Tälern Salzburgs darum bemüht, den Trassenverlauf der Tauernautobahn zu sich zu lenken. Sie erhofften sich mehr Wohlstand, gesteigerten Tourismus und Jobs. Umweltprobleme diskutierten sie damals kaum, die Frequenz des Transitverkehrs explodierte erst viel später.

So fiel das Los der A 10-Trasse auf das schöne Zederhaus-Tal und wenige Meter von Kirche und Volksschule entfernt schlängelten sich die Betonbänder praktisch direkt durch den Ort.

Die Brandkatastrophe Ende Mai 1999 im Tauerntunnel bot den Anlass für eine konkrete Diskussion um den Bau der zweiten Tunnelröhre.

Das war die letzte Chance für Zederhaus: Ohne Lärmschutz keine zweite Röhre.

Ein eigener Zederhaus-Tunnel wurde auf Grund der geologischen Verhältnisse verworfen und so kam es zur Lösung mit der Einhausung. Die A 10 rückte bergwärts, die Fahrbahnen verschwanden unter Beton und darüber wird nun nach der Eröffnung am 20. März Erde aufgeschüttet und begrünt.

Unsere Reportagen aus Zederhaus rüttelten die Verantwortlichen auf. In einem eindringlichen Gespräch schilderte ich Dr. Klaus Schierhackl, dem erfolgreichen Vorstand der ASFINAG, die Sorgen der Menschen. Er war gerade auf dem Weg zu einer Bürgerversammlung im Lungau. Immerhin war es ein kostspieliges Projekt, das aus Maut-Einnahmen finanziert wurde.

Ein paar Stunden später dann der Rückruf: Sie hätten gejubelt vor Freude, als Schierhackl ihnen die fixe Zusage für die Einhausung gegeben hatte.

Tüchtige Planer und fleißige Arbeiter haben das Werk in wahrer Rekordzeit fertiggestellt. Zederhaus wird größer, Flächen konnten gewonnen werden und die Lärmschutzwände an den Tunnel-Portalen sind vorm Sommer fertig.

Wir freuen uns, dass wir den Zederhausern ein wenig helfen durften, so ähnlich wie es ein paar Täler weiter in Großarl war, bei der verhinderten Atommüll-Deponie.

Wie sagt man beim Tunnelbau? Glück auf!

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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