Fr, 15. Dezember 2017

Umkämpfte Stadt

09.03.2017 17:30

IS-Chef Baghdadi offenbar aus Mossul geflohen

Angesichts des Vorrückens der irakischen Armee in der IS-Hochburg Mossul ist der Chef der Dschihadistenmiliz, Abu Bakr al-Baghdadi, offenbar aus der umkämpften Stadt geflohen. Baghdadi sei am Leben, habe Mossul aber "wahrscheinlich" verlassen, sagte am Mittwoch ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

Baghdadi habe "wahrscheinlich keinen taktischen Einfluss auf die Art und Weise, wie die Schlacht um Mossul geführt wird", sagte der Pentagon-Vertreter. Doch möglicherweise habe er seinen Militärführern "große strategische Orientierungen" an die Hand gegeben.

Der IS hatte Mossul im Juni 2014 erobert. Baghdadi rief damals bei seinem einzigen öffentlichen Auftritt dort das Kalifat des IS aus, das irakische und syrische Gebiete umfasst. Von den US-Geheimdiensten und -Spezialkräften wird Baghdadi genauso unerbittlich gejagt wie früher der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama Bin Laden, den ein US-Spezialkommando im Mai 2011 schließlich in Pakistan tötete.

Offensive zur Rückeroberung von West-Mossul
Die irakischen Truppen sind in Mossul derzeit auf dem Vormarsch. Den Ostteil der zweitgrößten irakischen Stadt hatten die Sicherheitskräfte Ende Jänner eingenommen. Am 19. Februar starteten sie eine Offensive zur Rückeroberung des dichter besiedelten Westteils von Mossul. Dabei nahmen sie am Mittwoch auch das berüchtigte Gefängnis Badush ein. Dort hatte der IS im Jahr 2014 etwa 600 zumeist schiitische Gefangene hingerichtet. Außerdem waren dort Hunderte Frauen der religiösen Minderheit der Jesiden eingesperrt worden.

Der Pentagon-Vertreter sagte, es sei damit zu rechnen, dass sich der IS nach den jüngsten Rückschlägen in Mossul sowie im syrischen Rakka ins Euphrattal zurückziehe. Die Idee eines Kalifats werde die Dschihadistenmiliz seiner Einschätzung nach jedoch nicht aufgeben.

Hilfsorganisationen sind in Sorge um die Hunderttausenden Menschen, die immer noch in West-Mossul ausharren und denen es an Nahrungsmitteln und Medikamenten fehlt. Rund 50.000 Einwohner sind bereits geflohen.

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