Di, 21. November 2017

Flucht zum Nachbarn

10.02.2017 10:11

Mehr als 100 Türken wollen Asyl in Griechenland

Mehr als 100 Türken sind offenbar nach Griechenland geflohen und haben dort Asyl beantragt. Die Bewegung habe nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei im Juli 2016 eingesetzt, berichteten die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" und zwei griechische Radiosender am Freitag.

Jüngster Fall: Am 8. Februar überquerten zwei türkische Familien, insgesamt sechs Menschen, den Grenzfluss Evros. Dutzende ähnliche Fälle habe es seit Mitte 2016 auf den Inseln der Ägäis gegeben, hieß es von der Küstenwache.

Alle sagten, sie hätten Angst um ihr Leben und das Leben ihrer Kinder angesichts der Verfolgungswelle, die in der Türkei nach dem Putschversuch ausgebrochen sei, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Türkische Offiziere flohen nach Putsch
Den spektakulärsten Fall hatte es am Tag des Umsturzversuchs in der Türkei gegeben: Sechs Offiziere und zwei Unteroffiziere des türkischen Heeres waren damals per Hubschrauber nach Griechenland geflohen und hatten dort Asyl beantragt. Ankara wirft ihnen vor, aktiv am Putsch teilgenommen zu haben, und fordert ihre Auslieferung. Der höchste griechische Gerichtshof lehnte Ende Jänner die Auslieferung der Militärs ab.

Erdogan will Macht durch Verfassungsreform ausbauen
Unterdessen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Ankara die umstrittene Verfassungsreform zur Einführung eines Präsidialsystems unterzeichnet. Die Bevölkerung soll bei einem Referendum im April endgültig über den Entwurf entscheiden, ob die Machtbefugnisse des Staatschefs noch stärker ausgeweitet werden.

Pilz-Bericht: "Erdogans Angriff auf Österreich"
In Wien wiederum hat am Freitagvormittag Peter Pilz seinen Bericht "Erdogans Angriff auf Österreich" vorgestellt. Darin deckt der grüne Parlamentarier den Plan des türkischen Präsidenten auf, Österreich durch ein weitverzweigtes Spitzelsystem destabilisieren und unterwandern zu wollen.

 krone.at
Redaktion
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