Mi, 22. November 2017

Einzigartig in China

08.02.2017 19:04

Bauer studierte Gesetze und verklagte Chemiewerk

Die Geschichte eines einfachen chinesischen Bauern schlägt hohe Wellen: 16 Jahre lang sammelte Wang Enlin Beweise und studierte das Gesetz. Sein Ziel: Er wollte jenem Chemieriesen das Handwerk legen, der sein Dorf Yushutun mit mehreren Zehntausend Tonnen Giftmüll verseucht hatte. Die Klage dürfte tatsächlich erfolgreich sein. In erster Instanz wurde Wang Recht gegeben, wie die chinesische "People's Daily Online" berichtete.

2001 hatte er mit seinem Gesetzesstudium begonnen. Da der Bauer kein Geld für Bücher besaß, las er sämtliche Texte in einem örtlichen Buchladen. Später erhielt er sogar kostenlose Unterstützung von einem Anwaltsteam.

In erster Instanz verdonnerte der Richter das Qihua-Chemiewerk, das laut einem Regierungsbericht im Zuge der Kunstoffproduktion jährlich Zehntausende Tonnen an giftigem Abfall auf den Ackerböden ablagerte und Abwasser einfach ins Dorf gepumpt hatte, tatsächlich zu umgerechnet rund 110.000 Euro Schadensersatz. Nach dem Urteil rechnet Enlin damit, auch in der Berufung Recht zu bekommen: "Die Fakten sprechen für uns."

Beeindruckend: Der chinesische Bauer ging gerade einmal drei Jahre seines Lebens in die Schule.

Kronen Zeitung/krone.at

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