Mo, 22. Jänner 2018

Wahl-Theater

20.10.2006 08:59

Tauziehen um Sitz im UN-Sicherheitsrat vertagt

Der Wahlmarathon zwischen Venezuela und Guatemala um einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat ist für fünf Tage unterbrochen worden. Nach 35 ergebnislosen Wahlgängen in der Vollversammlung entschied das UNO-Präsidium am Donnerstag, die Abstimmung erst am Mittwoch fortzusetzen. Im 35. Wahlgang lag Guatemala zwar mit 103 zu 81 Stimmen vor Venezuela, verfehlte aber erneut die nötige Zweidrittelmehrheit.

Die beiden Länder bewerben sich um einen zum Jahreswechsel freiwerdenden nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat, der einem lateinamerikanischen Staat zusteht. Momentan wird er von Argentinien wahrgenommen.

Die Bewerbung Guatemalas wird von den USA unterstützt. In den meisten Wahlgängen bisher hat das Land mit 20 bis 30 Stimmen Abstand vor seinem ölreichen Konkurrenten gelegen, der vom entschiedenen US-Gegner Hugo Chavez regiert wird. Im September hatte Chavez US-Präsident Bush vor der UNO-Vollversammlung als Teufel bezeichnet, der bei seinem Auftritt Schwefelgeruch im Plenarsaal hinterlassen habe.

Venezuela bewertete das bisherige Abschneiden als Erfolg. "Herr Bolton hat es nicht geschafft, uns aus dem Rennen zu drängen", kommentierte Venezuelas UNO-Botschafter Cardenas den bisherigen Abstimmungsverlauf mit Blick auf seinen US-Kollegen Bolton. Dieser sagte: "Die ehrenhafte Lösung würde darin bestehen, dass der seine Kandidatur zurückzieht, der 28 von 29 Abstimmungen verloren hat." Guatemalas Außenminister Rosenthal sprach von einem "absurden Theater" und forderte eine längere Unterbrechung anstatt immer weiterer Wahlgänge.

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