Mi, 18. Oktober 2017

Protest am Broadway

19.11.2016 17:36

Trumps Vize bei Musicalbesuch lautstark ausgebuht

Der designierte US-Vizepräsident Mike Pence hat bei seinem Besuch des Broadway-Musicals "Hamilton" in der Nacht auf Samstag lautstarke Buhrufe vom Publikum erhalten. Wie US-Medien berichteten, musste die Vorstellung wegen anhaltender Rufe verspätet beginnen und danach auch mehrfach unterbrochen werden. Nach der Vorstellung trat das Ensemble vor den Vorhang und wandte sich direkt an den kontroversen Besucher.

"Wir sind das vielseitige Amerika, das alarmiert und verängstigt ist, dass Ihre Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und unsere Eltern nicht beschützen, uns nicht verteidigen und unsere unveräußerlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird", sagte Brandon Victor Dixon, der in dem Erfolgsmusical den ehemaligen US-Vizepräsidenten Aaron Burr verkörpert. "Aber wir hoffen, dass dieses Stück Sie inspiriert hat, unsere amerikanischen Werte hochzuhalten und im Interesse von uns allen zu arbeiten."

Fans hatten in sozialen Medien kritisiert, dass Donald Trumps Vize zur Aufführung zugelassen wird, weil der erzkonservative, evangelikale Christ u.a. gegen die Homo-Ehe und gegen das Recht auf Abtreibung auftritt. Als Gouverneur von Indiana unterzeichnete Pence etwa ein hochumstrittenes Gesetz zur "Religionsfreiheit", das es Geschäften erlaubt, Homosexuelle nicht zu bedienen. Das Musical "Hamilton" gilt als revolutionär, weil es die US-Gründungsgeschichte mit Gesang, Hip-Hop und Jazz sowie mit Schauspielern verschiedenster Herkunft und sexueller Orientierungen erzählt. Javier Munoz etwa, der kürzlich den Ideengeber, Komponisten, Librettisten und Hauptdarsteller Lin-Manuel Miranda als Gründervater Alexander Hamilton beerbte, ist ein offen schwuler US-Schauspieler.

Ensemble nahm Kontroverse mit Pence in Kauf
Das Team rund um "Hamilton" hatte sich im Wahlkampf aktiv für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton eingesetzt, Spenden gesammelt und zur Wählerregistrierung aufgerufen. Dem Wunsch von Pence nach einer Karte sei laut Produzent Jeffrey Seller nachgegeben worden, um ihn direkt ansprechen zu können. "Jeder sollte dieses Stück sehen können, ganz unabhängig von dessen Einstellung", so Seller gegenüber dem "Hollywood Reporter". "Aber es ist nun einmal so, dass sich seine Politik derart gegen Minderheiten, farbige Menschen und Homosexuelle richtet, dass wir als Ensemble, das aus Minderheiten, Frauen und Homosexuellen besteht, sagen mussten, wie wir uns fühlen."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).