Mi, 22. November 2017

„Krone“ vor Ort

29.10.2016 09:32

Hoffnung im Hinterland des Himalaya

"Krone"-Lokalaugenschein im Nordosten von Indien: Wie eine Hilfsorganisation aus Österreich das Leid der ärmsten Kinder bekämpft.

Das Donnern des Güterzugs geht durch Mark und Bein. Auf der schnurgeraden Strecke düst die Diesellok der indischen Eisenbahngesellschaft mit Höchsttempo durch das Dorf Hajonguri im Bundesstaat Assam. In einer der Hütten unterhalb der Bahnböschung muss die Hausbesitzerin die mittägliche Unterhaltung mit den Besuchern unterbrechen, sieht kurz ins Freie.

Auch ihr Sohn Parag wirft einen verlegenen Blick Richtung Gleise. Er weiß, dass der Sog jetzt eine Staubwolke über alles legen wird. Das Dröhnen des Zugs nimmt er an den Vibrationen der drückend heißen Luft wahr. Hören kann er es nicht. Parag ist taub, seit seiner Geburt. Sprechen hat der 14-Jährige deshalb nie gelernt. Einen Traum hat er dennoch. Er will einmal Polizist werden - und für mehr Gerechtigkeit sorgen, in einer Gegend, die als Armenhaus des Subkontinents gilt.

Parag darf dank "Licht für die Welt" zur Schule gehen
Der Nordosten Indiens liegt abgeschieden, eingepfercht zwischen Bhutan, Bangladesch, Myanmar, Tibet und China. Es ist das Hinterland des Himalaja - und Einsatzgebiet der österreichischen Hilfsorganisation Licht für die Welt, die sich mit lokalen Partnern für Menschen mit Behinderung einsetzt. 2015 erreichten 12 Projekte, die sich Nachhaltigkeit und gemeindenaher Rehabilitation verschrieben haben, 52.511 Menschen.

Einer davon ist Parag, der dank der Unterstützung von "Licht für die Welt" mittlerweile zur Schule gehen darf. Die Mädchen und Burschen aus seiner Klasse geleiten ihn jeden Tag über die Schienen zum Unterricht. Er hilft ihnen dafür gerne bei der Hausübung aus.

Physiotherapie für gelähmtes Mädchen
Die in der Dschungellandschaft verstreuten Ortschaften werden durch unbefestigte Straßen verbunden. Immer wieder drehen die Reifen des Jeeps durch. Die Regenzeit hat ihre Spuren hinterlassen und aus dem kaminroten Erdreich einen Schlammteppich gemacht. "Hier ist es!", ruft der Fahrer schließlich und zeigt auf das Haus der Familie Das. Davor haben die Eltern einen kleinen Hindu-Tempel errichtet. Vor dem einzementierten Bildnis einer Flöte spielenden Krishna-Gottheit mit blassblauer Hautfarbe liegen Blumen. Daneben steht eine Kerze.

Hier beten Papa Jiut und Mama Makoni für ihre zweieinhalbjährige Tochter. Dikita leidet an Zerebralparese, ihre Beinchen sind spastisch gelähmt. Jetzt erhält das süße Mädchen eine Physiotherapie - auch dank Spenden aus Österreich. Dikita lächelt. So, als wolle sie den Beweis erbringen: Jeder Funke Hoffnung gleicht einem Lichtschein für die ganze Welt ...

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