Sa, 18. November 2017

CSU-Politiker:

29.10.2016 08:07

„Treffen mit Muslimen-Rat ist Islam-Schweinerei“

Ein bayrischer CSU-Politiker hat mit einer beleidigenden Aussage über Muslime für großen Aufruhr gesorgt. Er nannte ein Treffen des Zentralrats der Muslime in Deutschland mit der evangelischen Kirche eine "Islam-Schweinerei".

Am kommenden Montag, dem Reformationstag in Deutschland, soll in der Gemeinde Altdorf (nahe Nürnberg) in der protestantischen Laurentiuskirche der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sprechen. Und zwar auf Einladung des dortigen evangelischen Dekans Jörg Breu.

Diesen Umstand fand der dritte Bürgermeister und Stadtrat von Altdorf, Johann Peter Pöllot (CSU), offenbar gar nicht so positiv und ließ seinen Unmut darüber freien Lauf. Wie der Bayerische Rundfunk am Freitag berichtete, soll der CSU-Politiker auf den Anrufbeantworter des Dekans gesprochen haben und sich dort entsetzt über "diese Islam-Schweinerei am Reformationstag" gezeigt haben. Zudem leitete Pöllot eine E-Mail mit islam- und kirchenkritischem Inhalt an das Altdorfer Dekanat und an weitere Dekanate und Adressaten weiter. In dieser E-Mail soll er eindringlich vor einer Islamisierung der evangelischen Kirche gewarnt haben.

CSU-Politiker bedauert mittlerweile seine Wortwahl
Mittlerweile bereut der Politiker seinen verbalen Ausrutscher. In der ersten Aufregung sei ihm "blöderweise ein Wort entschlüpft, das ich sehr bedauere", sagte der CSU-Mann am Freitag und meinte damit das Wort "Islam-Schweinerei". Dekan Breu erklärte, der CSU-Politiker habe sich bereits entschuldigt. Die Altdorfer SPD hat Pöllot hingegen zum Rücktritt aufgefordert. "Pöllot verstößt mit seinen respektlosen Äußerungen gegen die Religionsfreiheit und damit auch gegen unsere demokratischen Grundwerte. Ich fordere Herrn Pöllot deswegen auf, von seinem Amt als Dritter Bürgermeister zurückzutreten und auch sein Stadtratsmandat niederzulegen", erklärte die Vorsitzende der Altdorfer SPD, Kerstin Pommereit.

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