Do, 23. November 2017

Nerven liegen blank

11.10.2016 17:05

Erdogan an Irak-Premier: „Nicht auf meinem Niveau“

Im Konflikt mit dem Irak um die geplante Offensive auf die Dschihadistenhochburg Mossul hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan scharfe Kritik am irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi geübt. "Er beleidigt mich persönlich. Du bist nicht mein Gesprächspartner, du bist nicht auf meinem Niveau", sagte Erdogan am Dienstag an Abadi gerichtet.

Ihn kümmere nicht, was Abadi "schreie" - "wir werden weiterhin tun, was wir denken, tun zu müssen". "Wer ist der irakische Ministerpräsident?", fragte Erdogan bei einem im Fernsehen übertragenen Auftritt in Istanbul. Abadi sollte "an seinem Platz bleiben". Die türkische Armee brauche "keine Belehrung" von ihm, sagte Erdogan.

Rund 2000 türkische Soldaten im Irak stationiert
Die Beziehungen zwischen der Türkei und dem Irak hatten sich zuletzt wegen eines Streits um die türkische Militärpräsenz im Nachbarland deutlich verschlechtert. Die Türkei hat dort rund 2000 Soldaten stationiert, 500 von ihnen in der nordirakischen Militärbasis Bashika.

Als das Parlament in Ankara das Mandat für den türkischen Militäreinsatz in Syrien und im Irak Anfang Oktober um ein Jahr verlängerte, forderte das Parlament in Bagdad die irakische Regierung auf, gegen die Präsenz der türkischen "Besatzungstruppen" einzuschreiten. Abadi äußerte daraufhin die Sorge, dass "das türkische Abenteuer zu einem Regionalkrieg führt". Besonders die Präsenz der Türken in Bashika ist umstritten. Sie bilden dort sunnitische Milizen aus.

Türkei will keine Kurden oder Schiiten im Kampf gegen IS
Für weitere Irritationen sorgten Äußerungen Erdogans, wonach sich keine schiitischen Milizen oder Kurden an der Befreiung Mossuls von der Terrormiliz IS beteiligen sollten. Die schiitischen Milizen aus dem Süden des Irak spielen eine zentrale, wenn auch umstrittene Rolle im Anti-IS-Kampf. Zugleich drang die Türkei darauf, an der Offensive auf Mossul beteiligt zu werden. Die Türken haben ein besonderes Interesse an der Millionenstadt, die bis zur Gründung des Irak 1920 Teil des Osmanischen Reichs war.

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