Fr, 20. Oktober 2017

Chaotische Zustände

05.10.2016 13:30

UKIP-Chefin tritt nach nur 18 Tagen im Amt zurück

Nach dem unerwarteten Rücktritt von Nigel Farage als UKIP-Chef kehrt weiterhin keine Ruhe bei der rechtspopulistischen britischen Partei ein: Nach nur 18 Tagen im Amt hat nun auch seine Nachfolgerin Diane James das Handtuch geworfen. Wie sie am Dienstagabend auf Twitter bekannt gab, tritt sie aus "privaten und professionellen Gründen" zurück.

Ihr sei klar geworden, dass sie weder die "nötige Autorität" noch die "vollständige Unterstützung" ihrer Kollegen in der Partei und im EU-Parlament habe, um notwendige Veränderungen auf den Weg zu bringen. James war erst am 16. September von den Parteimitgliedern zur Nachfolgerin des charismatischen Farage gewählt worden. Die 56-Jährige, die früher in der Pharmaindustrie gearbeitet hatte und seit 2014 im Europaparlament sitzt, war die erste Frau an der Spitze der Anti-Einwanderungs-Partei.

James war bei der Vorstandswahl die Favoritin für die Nachfolge Farages gewesen. Allerdings war der eigentliche Favorit, Steven Woolfe, zuvor von der Wahl ausgeschlossen worden, weil seine Bewerbung 17 Minuten nach Bewerbungsschluss eingegangen war. Der UKIP-Sprecher für Einwanderungspolitik, der ebenfalls für die Rechtspopulisten im EU-Parlament sitzt, war auch der Favorit des Partei-Finanziers Arron Banks, einem Unternehmer, gewesen. Beobachter hatten deshalb vor einer Spaltung der Partei gewarnt.

Übernimmt Farage wieder Parteiführung?
Auf Spekulationen über ein mögliches Comeback an der Parteispitze antwortete Farage, er könne sich die interimistische Übernahme der Parteiführung durchaus vorstellen. "Ich habe heute Morgen mit der Wahlkommission gesprochen und ich bin technisch gesehen immer noch Chef der Partei", so Farage.

Widerspruch kam vom UKIP-Vorsitzenden in Wales, Neil Hamilton, der ebenfalls als vorläufiger Parteichef gehandelt wurde. Hamilton sagte der BBC, er zweifle daran, dass die Parteiführung automatisch wieder an Farage zurückfalle. Es sei Aufgabe des Vorstands, einen Interimschef zu berufen. Im Gespräch ist nun auch eine erneute Kandidatur Woolfes.

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