Fr, 17. November 2017

Angst vor Gewalt

06.09.2016 17:44

Paris baut erste Flüchtlingslager

In der französischen Hauptstadt Paris werden die ersten Flüchtlingslager errichtet. Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte am Dienstag, in einer Unterkunft würden Männer untergebracht, in einer zweiten Frauen und Kinder. Insgesamt sollen in Paris Kapazitäten für die Aufnahme von rund 1000 Flüchtlingen geschaffen werden. Gegen die Bauvorhaben gab es in den vergangenen Tagen Proteste, in der Nacht auf Dienstag wurde eines der künftigen Heime in Brand gesetzt.

Bereits vor einigen Tagen waren in dem Gebäude die Wasserhähne geöffnet worden, die Räume wurden dabei überflutet. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Dienstag, sollte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigen, werde "alles unternommen", um die Verantwortlichen so schnell wie möglich zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Wohnungsbauministerin Emmanuelle Cosse beklagte, dass die Unterbringung von Flüchtlingen "starken Widerstand, sogar Gewalt" hervorrufen könne. Laut Angaben des Rathauses demonstrierten am Montagabend rund 100 Menschen gegen das künftige Asylwerberheim.

Zahl der Migranten in den Straßen von Paris wächst
Das erste Lager wird laut der Bürgermeisterin bis Mitte Oktober fertiggestellt. Die französische Hauptstadt reagiert damit auf die wachsende Zahl von Migranten, die auf den Straßen von Paris campieren. Unter ihnen sind viele Frauen und Kinder. "So kann es nicht weitergehen, wir müssen neue Lösungen finden", sagte Hidalgo.

Noch immer Tausende Migranten im "Dschungel" von Calais
Wegen der Flüchtlingskrise gerät die Regierung zunehmend unter Druck. Erst am Montag hatten Landwirte und Lkw-Fahrer die Autobahn in Calais blockiert, um ihrer Forderung nach einem konkreten Termin für die mehrfach angekündigte Räumung des improvisierten Flüchtlingscamps am Hafen von Calais Nachdruck zu verleihen. In dem "Dschungel" genannten Camp leben schätzungsweise 7000 bis 9000 Migranten, die von dort aus versuchen, nach Großbritannien zu gelangen. Es kommt immer wieder zu Protesten gegen den "Dschungel", dessen Bewohner für die gestiegene Kriminalität und die schlechte Wirtschaftslage in Calais verantwortlich gemacht werden.

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