So, 22. Oktober 2017

Verstörter Omran

19.08.2016 12:48

Russische Medien: Foto ist „gezielte Kampagne“

Das Foto des nach einem Bombenangriff in Aleppo verstörten syrischen Buben Omran geht um die Welt - in russischen Medien spielt es dagegen so gut wie keine Rolle. Keine russische Zeitung druckte das Bild am Freitag ab. Russland fliegt in Syrien Luftangriffe, um Präsident Bashar al-Assad an der Macht zu halten.

Ins russische Internet gelangte das Foto vor allem über die russischsprachigen Seiten internationaler Medien wie der Deutschen Welle oder der BBC. Die staatlich gelenkten russischen Medien verbreiteten dagegen am Freitag eine eigene Geschichte über eine in Aleppo verheiratete Russin, die ihre drei Kinder vor einer Bombe gerettet haben soll. Diese sei in die Wohnung gefallen.

Die Mutter habe die Kinder mit ihrem Körper geschützt, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf das russische Militär. Sie habe einen Arm und ein Bein verloren und sei zur Behandlung nach St. Petersburg ausgeflogen worden.

Propagandasender sieht gezielte Kampagne
Der für Auslandspropaganda zuständige russische Fernsehkanal Russia Today deutete die Verbreitung des Fotos von Omran als gezielte Kampagne. "Warum hat sich das Bild des Buben aus Aleppo (#aleppoboy) viral verbreitet und nicht das anderer Kinder, die von Krieg betroffen sind?", heißt es in einem Videoclip.

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