Di, 17. Oktober 2017

Die EU schaut weg:

17.08.2016 11:59

860 Kinder in Massenlager an britischer Grenze

Misst die EU-Führung mit zweierlei Maß? Während der Aufschrei in Brüssel laut war, als Österreich auch eine Kontrolle der Brenner-Grenze beschloss, lässt die EU unfassbare Zustände an der Grenze zu Großbritannien zu. Die Briten verweigern Tausenden Asylwerbern die Weiterreise von Frankeich nach Großbritannien. Unter den in einem Massen-Lager in Calais gestrandeten Migranten sind auch 860 Kinder.

Tausende unbegleitete Minderjährige kommen jedes Jahr über die Flüchtlingsrouten nach Europa, viele von ihnen haben ihre Eltern auch erst auf der Flucht verloren. In dem improvisierten Lager nahe der französischen Hafenstadt Calais leben mittlerweile 860 Kinder, wie die "Daily Mail" berichtet. Viele von ihnen sind ohne Begleitung durch Erwachsene der zunehmend angespannten Situation im "Dschungel", wie das Lager mittlerweile genannt wird, schutzlos ausgeliefert.

Denn in dem überfüllten Camp steht Gewalt auf der Tagesordnung. Die Polizei betritt gewisse Bereiche des Lagers nicht mehr. Wird ein Teil des "Dschungels" geräumt, rücken die Beamten mit Schutzhelmen, kugelsicheren Westen und Panzerfahrzeugen an. Die französische Regierung geht offiziell weiter von rund 4500 Menschen in dem Lager aus. Die Atmosphäre ist nach Darstellung der beiden Hilfsorganisationen "Help Refugees" und "L'Auberge des Migrants" sehr angespannt.

Verkaufsstände im Lager dürfen bleiben
Das Verwaltungsgericht in Lille wies am Freitag einen Antrag der Präfektur zurück, alle improvisierten Verkaufsstände und Imbissläden in dem Lager zu verbieten. Laut den Worten der Helfer hätte das die Lage vor Ort noch verschärft. Die meisten Flüchtlinge im Lager suchen eine Möglichkeit, von Calais aus nach Großbritannien zu gelangen, wo viele von ihnen Verwandte haben oder sich ein besseres Leben versprechen.

Zuletzt hatte die britische Regierung begonnen, eine Mauer zu bauen, die die Migranten von der illegalen Einreise nach Großbritannien abhalten soll. Das Bauwerk soll vier Meter hoch werden und entlang der am Hafen befindlichen Straße liegen. Die Idee zur Mauer entlang der Straße von Gravelines stammt laut vom Präsident des Hafens von Calais, Jean-Marc Puisseseau. Er spricht sich für eine Schließung des Flüchtlingslagers aus.

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