Mi, 22. November 2017

Amoklauf von München

16.08.2016 18:26

Polizei fasst Waffen-Verkäufer des Attentäters

Der Verkäufer der Waffe des Amoklaufs von München ist offenbar bei einem Scheingeschäft gefasst worden. Der 31-Jährige wurde am Dienstag in Marburg im deutschen Bundesland Hessen festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilten.

Die Ermittler hatten dem mutmaßlichen Waffenhändler, der Ware im Darknet angeboten hatte, eine Falle gestellt. Bei der Anbahnung des Geschäfts habe der Mann gesagt, dem Amokschützen bei einem Treffen im Mai in Marburg die verwendete Pistole und vier Tage vor dem Amoklauf die Munition verkauft zu haben. Diese Angaben würden durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts gestützt.

Bei dem Scheingeschäft stellten die Ermittler am Dienstag die vereinbarte Maschinenpistole, eine Pistole und Munition zum Preis von insgesamt 8000 Euro sicher. Der Mann habe zu seiner Eigensicherung in einem Schulterholster eine durchgeladene Pistole bei sich gehabt. Er wurde festgenommen. Ermittlungen gegen einen 62 Jahre alten Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und gegen einen 17 Jahre alten Schüler aus Hessen hatten die Strafverfolger auf die Spur des Beschuldigten gebracht. Beide sollen Schusswaffen und Munition bei dem Mann gekauft und die Geschäfte über das Darknet angebahnt haben.

Neun Menschen und sich selbst getötet
Der 18-jährige Amokschütze hatte am 22. Juli im Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet. Zudem wurden Dutzende Menschen verletzt, unter anderem bei der Flucht vor dem Täter. Klar ist den Ermittlern zufolge, dass der 18-Jährige wohl Sympathien für den rechtsextremen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik hatte. Seinen Geburtstag am 20. April, derselbe wie jener Adolf Hitlers, habe er als "besonders positives Schicksal" angesehen. Es gebe aber keine Hinweise, dass er in rechtsextreme Netzwerke verstrickt war.

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