Fr, 23. Februar 2018

Schneckenplage

29.07.2016 16:56

Feuchtes Wetter bringt die Natur durcheinander

Zu nass, zu kalt, zu wenig Futter: Im Frühjahr waren es vor allem die Jungstörche, denen das ungewöhnliche Wetter zugesetzt hat. Da es vielerorts bis heute Tag für Tag Niederschlag gibt, ist die Liste der Verlierer in der Tier- und Pflanzenwelt aber noch länger geworden. Allerdings: Auch die Nässe-Profitierer werden mehr.

Vor allem die rote Nacktschnecke frisst sich derzeit durch steirische Gärten und sorgt in Blumen- oder Gemüsebeeten für ekelige Schleimspuren und lästigen Blattfraß. Aber auch Amphibien fühlen sich in dem feucht-warmen Wetter pudelwohl: "Normalerweise können Unken ihre Kaulquappen nur in Teichen ablegen. Heuer stehen ihnen dafür auch unzählige Regenlacken zur Verfügung", weiß Johannes Gepp, Präsident des steirischen Naturschutzbundes. Insekten und Fische beispielsweise profitieren ebenso von dem vielen Nass.

In der Pflanzenwelt findet man gleichsam Gewinner: "Die Sumpf-Stendelwurz tritt normalerweise nur vereinzelt auf. Jetzt stehen in den Feuchtgebieten des Ennstals Tausende in Blüte. Überhaupt gibt es heuer viel mehr Orchideen", erzählt der Experte.

Heimische Krebsarten bedroht
Nicht gut getan hat der viele Niederschlag vor allem den Bienen, denn wenn es regnet, bleiben die Insekten in ihren Stöcken. Das hat auch Auswirkungen auf die Honigernte, man erwartet eine unterdurchschnittliche "Ausbeute". Auch heimische Krebsarten sind derzeit stark bedroht - allerdings nur durch eine indirekte Wetter-Auswirkung: "Der aus Amerika eingeschleppte Signalkrebs verbreitet sich gerade rasant in den Grazer Bächen. Und mit ihm die Krebspest", sagt Gepp. Um Schlimmstes zu verhindern, haben Naturschutzbund-Mitglieder jetzt Hunderte Exemplare herausgefischt.

Tipps zur Bekämpfung der Schneckenplage
Gerald Elsnegg, der eine Gärtnerei in Graz betreibt, hält nichts davon, die Tiere mit Salz zu bestreuen, sie in heißes Wasser zu werfen oder sie mit einem Heindl zu töten. "Das ist nicht meins!" Wenn schon, dann würde er am ehesten zu biologischem Schneckenkorn greifen. "Das Beste ist, man errichtet einen Schneckenzaun - dann muss man keine Tiere umbringen", sagt Elsnegg. Das ist ein nach außen gebogenes, für Schnecken unüberwindbares Blech, erhältlich im Baumarkt. Die Alternative: Enten - die haben nämlich Appetit auf Schnecken.

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