Fr, 24. November 2017

72 € teure „Falle“

23.06.2016 16:55

Wien: Falschparken kostet in Anrainerzonen doppelt

Einmal falsch parken, zweimal 36 Euro Strafe zahlen: "72 Euro! Das ist Raubrittertum mit bösen Fallen", sind immer mehr Wiener sauer, die ihr Auto irrtümlich ohne Parkschein in einer der schlecht beschilderten Anrainerzonen abgestellt haben. "Alles korrekt", kommt dazu aus dem Büro von Stadträtin Maria Vassilakou.

"Da explodiert - vor allem im 1. Bezirk - die Zahl der Anrainerzonen. Diese reservierten Parkflächen sind extrem schlecht beschildert. Und bei Parksündern, die in diese Fallen tappen, wird dann auch noch doppelt abkassiert", ärgert sich ein Wiener Agenturchef, der eben 72 Euro bezahlen musste. Und er sagt im "Krone"-Gespräch: "Ihr müsst alle Autofahrer vor diesen Raubrittermethoden warnen!"

"Strafen für Schwarzfahrer sind auch teuer"
Rechtlich handle die Parksheriff-Truppe "korrekt", meint man im Büro der zuständigen Stadträtinnen Vassilakou und Renate Brauner: Nach dem "Kumulationsprinzip" werden "mehrere Verwaltungsstrafen nebeneinander verhängt" - nämlich erstens wegen "unerlaubten Parkens in einer Anrainerzone" und zweitens wegen "Nichtentrichtens der Parkometerabgabe". Dass ein Autolenker in Wien wegen einmal Falschparkens 72 Euro blechen muss, sei "vertretbar": "Strafen für Schwarzfahrer sind auch teuer."

In die Anrainerzonen-Falle tappen auch viele Motorradfahrer: Während sie in anderen Gebührenzonen ihr Zweirad gratis abstellen dürfen, werden in den Anrainerzonen auch sie abgestraft. Dazu sagt ein Beamter der MA 46: "Eine Abschleppung des Motorrads ist aber nicht zu befürchten."

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