Sa, 25. November 2017

Teurer Wahlkampf

19.06.2016 06:00

Wegen Luxus-Kosten: Kritik an Politiker

Die Salzburger Werbeagentur "Platzl Zwei" macht in Bayern gerade Schlagzeilen. Der Grund: Sie organisierte 2014 die Wahlkampagne für den Regensburger Oberbürgermeister, der jetzt wegen der hohen Kosten massiv in die Kritik geraten ist. Die Salzburger Kreativen vermuten eine Intrige.

Rund 500.000 Euro - so viel ließ sich Joachim Wolbergs (SPD) seinen Wahlkampf für das Amt des Regensburger Oberbürgermeisters kosten, wie jetzt deutsche Tageszeitungen berichten. Angemessen sei laut Experten etwa die Hälfte.

Wir können die Kritik und die Aufregung nicht nachvollziehen

Durchgeführt hat den "Luxuswahlkampf" 2014 die Salzburger Werbeagentur "Platzl Zwei", die auch hinter vielen Kampagnen der Salzburger Roten steckt. Aktuelles Beispiel: "Frisch gekocht. In allen Schulen!" von der Landespartei. "Wir können die Kritik und die Aufregung nicht nachvollziehen", stellt Agenturgründer Klaus Moser im Gespräch mit der "Krone" klar. Den Kostenrahmen hat der Bürgermeister vorgegeben und der habe sich an der Höhe der Wahlkampfspenden orientiert. "Die Summe ist für eine Stadt in der Größe (Anm. der Red.: Regensburg hat in etwa so viel Einwohner wie Salzburg) nichts Ungewöhnliches. Für Wolbergs stand viel auf dem Spiel, entsprechend breit haben wir die Kampagne angelegt." Im Unterschied zu Österreich müssen deutsche Kommunalpolitiker ihr Wahlkampfbudget nämlich selbst oder über Spenden finanzieren. "Die Summe ist im Laufe des Jahres zusammen gekommen und umfasst nicht nur die intensive Phase zwei Monate vor der Wahl", betont Moser.

Er glaubt nicht, dass die Ausgaben des Konkurrenten viel niedriger waren und vermutet eine Intrige. Im Fokus steht nämlich jetzt die Frage, woher die Spenden kamen. Walter Steidl betont, dass die Salzburger SPÖ stets gut mit der Agentur zusammengearbeitet hat: "Der Kostenrahmen war immer branchenüblich."

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