So, 19. November 2017

Cameron warnt:

08.06.2016 09:09

„Großbritannien nicht zu ‚Klein-England‘ machen“

Gut zwei Wochen vor dem "Brexit"-Referendum hat der britische Premierminister David Cameron in einer TV-Debatte vor einem Bedeutungsverlust Großbritanniens im Falle eines EU-Austritts gewarnt. In der Sendung, in der er gemeinsam mit dem Chef der rechtspopulistischen Anti-EU-Partei UKIP, Nigel Farage, auftrat, sagte Cameron am Dienstagabend, er kämpfe "für ein Großbritannien innerhalb der EU und nicht für die 'Klein-England-Option', die Nigel Farage vertritt".

Es sei im britischen Interesse, in der EU zu bleiben und für eine bessere EU einzutreten, sagte der Regierungschef. Ein Austritt aus der EU hieße, "dass wir uns drücken, und wir sind keine Drückeberger". Cameron warnte zudem, dass ein Verlassen der Union massiven wirtschaftlichen Schaden in Großbritannien anrichten würde.

Farage versuchte, an den Nationalstolz seiner Landsleute zu appellieren: Er warf der EU eine ständige Gängelung des Königreichs vor. "Wir sind Briten, wir haben Besseres verdient, wir lassen uns von niemandem gängeln, erst recht nicht vom nicht gewählten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, so charmant er auch sein mag."

Farage will Zuwanderung begrenzen
Farage forderte eine Begrenzung der Zuwanderung nach Großbritannien und strengere Grenzkontrollen. Um diesen Punkt zu unterstreichen, hielt er während der TV-Debatte seinen britischen Pass vor die Kameras.

Die Regeln für die Sendung des Senders ITV sahen vor, dass Cameron und Farage sich den Fragen des Studiopublikums stellten, aber nicht direkt miteinander stritten. Zuschauer im Studio richteten mehrfach kritische Fragen an Cameron, die sich mit der Zuwanderung aus EU-Ländern nach Großbritannien beschäftigten. Die Sorgen vor Zuwanderung gibt den EU-Gegnern Auftrieb.

Briten stimmen am 23. Juni ab
Die Briten stimmen am 23. Juni darüber ab, ob Großbritannien in der EU bleiben soll. Cameron steht unter starkem Druck, weil das Ja- und das Nein-Lager zwei Wochen vor der Abstimmung nahezu gleichauf liegen. In einer Umfrage vom Montag lagen die "Brexit"-Befürworter erstmals seit Wochen wieder vorn: 51 Prozent sprachen sich für den Austritt aus, 49 Prozent dagegen. In einer Umfrage vom Dienstag kehrte sich das Verhältnis wieder um.

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