Di, 21. November 2017

„Panama Papers“

10.04.2016 13:03

Cameron veröffentlichte seine Steuererklärung

Der im Zuge der Enthüllungen rund um die "Panama Papers" unter Druck geratene britische Premierminister David Cameron hat am Sonntag seine Steuererklärung veröffentlicht. Mit diesem ungewöhnlichen Schritt versucht Cameron, einen Schlussstrich unter Berichte über die Offshore-Geschäfte seines verstorbenen Vaters zu ziehen und Rücktrittsforderungen abzuwehren. Am Samstag hatte Cameron Fehler im Umgang mit den Enthüllungen eingeräumt, gleichzeitig forderten in London Hunderte Demonstranten seinen Rücktritt.

Die veröffentlichten Dokumente umfassen die Steuererklärungen des Regierungschefs der vergangenen sechs Jahre. Demnach zahlte Cameron im Fiskaljahr 2014-2015 Steuern in der Höhe von 75.898 Pfund (etwa 94.000 Euro) auf ein Einkommen von rund 200.000 Pfund (knapp 250.000 Euro).

Sechsstellige Summe von Mutter geschenkt bekommen
Den Steuerunterlagen zufolge erhielt Cameron 200.000 Pfund von seiner Mutter geschenkt - zusätzlich zu einer Erbschaft von 300.000 Pfund (rund 375.000 Euro) von seinem Vater. Die Angaben dürften zu Fragen führen, ob das Geschenk seiner Mutter aus den Offshore-Geschäften seines verstorbenen Vaters stammte.

Dem Premierminister wird kein illegales Verhalten vorgeworfen. Im Kreuzfeuer der Kritik steht er aber, weil er nach Bekanntwerden der Offshore-Geschäfte seines Vaters an vier Tagen vier unterschiedliche Stellungnahmen abgegeben und erst zum Schluss eine Beteiligung an der Firma eingestanden hatte. Nach eigenen Angaben hat er alle vorgeschriebenen Steuern bezahlt und die Anteile vor seinem Amtsantritt als Premierminister verkauft.

Taskforce angekündigt
Cameron kündigte die Einsetzung einer Taskforce ein, um den Berichten des Recherchenetzwerks zu der panamaischen Finanzkanzlei nachzugehen. Laut dem Finanzministerium soll die Arbeitsgruppe prüfen, ob sich Kunden der Kanzlei der Geldwäsche oder Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben.

Schäuble: "Brauchen weltweit völlige Transparenz"
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble startete nach der Enthüllung der "Panama Papers" eine neue Attacke gegen Steueroasen. "Wir brauchen weltweit völlige Transparenz", forderte Schäuble am Wochenende. Für die neue Woche kündigte er konkrete Vorschläge an. Diese könnten bereits am Rande der IWF-Jahrestagung kommende Woche in den USA diskutiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden