Sa, 18. November 2017

Scharfe Kritik

31.03.2016 09:02

Löwe „Sylvester“ erneut aus Nationalpark entwischt

Ein als Ausbrecherkönig verrufener Löwe, der am Sonntag erneut aus dem südafrikanischen Karoo-Nationalpark entwischt war, erhält noch einmal eine Gnadenfrist. Die Verwaltung der Nationalparks (SANParks) rief am Dienstag zunächst dazu auf, den dreijährigen Löwen "Sylvester" zu erschießen - nahm die Aufforderung aber am Mittwoch angesichts einer Vielzahl von Tierschützer-Protesten zurück.

"Einige Teile der Öffentlichkeit sind durch Berichte alarmiert, dass das Tier eingeschläfert wird", erklärte die Behörde nun. Die Entscheidung darüber könne aber erst getroffen werden, "wenn das Tier wieder gefangen ist".

Löwe im Vorjahr um 47.000 Euro wieder eingefangen
"Sylvester" entkam durch ein Loch unter einem elektrischen Absperrzaun, das nach starkem Regen entstanden war. Im vergangenen Jahr war er schon einmal entwischt und hatte dann 28 Schafe, eine Kuh und eine Kudu-Antilope gerissen. Nach einer Jagd, deren Kosten sich auf umgerechnet mehr als 47.000 Euro beliefen, wurde er schließlich von einem Hubschrauber aus mit einer Beruhigungsspritze getroffen und in den Nationalpark zurückgebracht. Inzwischen ist er mit einem Sender ausgestattet.

"Hoffentlich trifft er nicht auf Menschen"
Nach dem Ausbruch vom Wochenende soll Sylvester eine Kuh gerissen haben. "Der Löwe zieht derzeit durch eine abgelegene Bergregion", teilte die Parkverwaltung mit. "Hoffentlich trifft er nicht auf Menschen." Auf dem Gelände des Karoo-Nationalparks in der Westkap-Region gab es fast 170 Jahre keine Löwen, bevor sie 2010 wieder eingeführt wurden.

Kritiker: "Park-Management agiert inkompetent"
Löwen-Experten kritisieren die Vorgehensweise des Nationalparks: Um mehr Besucher anzulocken, habe man nach der Ansiedelung einer achtköpfigen Löwengruppe 2010 drei Jahr später einfach noch zwei junge Männchen dazugekauft. Die zwei subadulten Tiere seien daher vom eingesessenen Rudel attackiert worden, Sylvester um sein Leben geflohen, so die Kritiker. "Das Management des Nationalparks agiert bei der Auswahl und Zusammenführung der Löwen unwissenschaftlich und inkompetent. Sylvester ist kein Problemlöwe, sondern das Opfer eines 'Problemmanagements'", so das Statement des afrikanischen Löwen-Sanctuarys Drakenstein Lion Park.

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