Mo, 20. November 2017

Schwarzblenden

25.02.2016 14:06

EuGH-Urteil könnte ORF teuer zu stehen kommen

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach sogenannte Schwarzblenden zwischen TV-Werbespots in die Werbezeiten der Fernsehsender einzurechnen sind, könnte den ORF teuer zu stehen kommen. Die Rede ist von bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr.

Laut EuGH müssen die schwarzen Sekunden zwischen den Werbespots in die Höchstdauer der Fernsehwerbung eingerechnet werden. Konsumentenschutz gehe vor übermäßiger Fernsehwerbung, so die Begründung der Höchstrichter. Die Entscheidung gilt für öffentlich-rechtliche sowie private Medien.

Der ORF darf laut Gesetz je 42 Minuten TV-Werbung pro Tag in beiden Hauptprogrammen bringen. Werden die Schwarzblenden zwischen den Spots mitgezählt, dann verringern sich auch die Einnahmen des Senders. "Wenn wir das einrechnen müssen, kostet uns das zehn Millionen im Jahr. Das ist de facto eine Verringerung der maximal zulässigen Werbezeit", sagte ORF-Chef Wrabetz am Donnerstag vor dem ORF-Publikumsrat.

Die betroffenen TV-Sender werden die Schwarzblenden deshalb wohl verkürzen oder - wie der ORF - ganz weglassen, Werbeinhalte würden dadurch ineinander verschwimmen. "Ein Problem" für öffentlich-rechtliche und kommerzielle Sender, so Wrabetz - auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz durch Internetgiganten. "Im Internet gibt es keine Werberegulierung. Die Googles dieser Welt machen, was sie wollen. Für uns verschlechtern sich durch solche Entscheidungen die Rahmenbedingungen weiter."

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