Sa, 18. November 2017

Diebstahl ohne Wert

19.02.2016 11:25

Gerichts-Schild als „Souvenir“

War es ein Lausbuben-Streich? Unbekannte stahlen in der Nacht zum vergangenen Samstag die Amtstafel des Bezirksgerichts in Neumarkt. Das 50 x 60 cm große Schild ist aber an sich gar nichts wert. Denn historisch interessante Tafeln werden an Amtsgebäuden nicht mehr außen angebracht.

Die Unbekannten dürften in der Nacht zum Samstag zugeschlagen haben, denn morgens entdeckten Mitarbeiter den Verlust. Eine 50 x 60 cm große Blechtafel, auf der "Bezirksgericht Neumarkt" stand und der Bundesadler prangte, war verschwunden.
Dr. Imre Juhasz, Vizepräsident des Salzburger Landesgerichts und Sprecher für das Bezirksgericht in Neumarkt ortet keine aufregende Story hinter dem Diebstahl. "Das war wahrscheinlich ein Lausbubenstreich. Trotzdem ist es eine Straftat." Das Schild an sich habe keinen Wert. "Wir müssen nur über die Amtswirtschaftsstelle des Landesgerichts ein neues bestellen", so Juhasz. Dafür fallen dann Kosten an.


"Solche Vorfälle gibt es öfter. Deswegen werden historisch wertvolle Schilder sowieso nicht mehr an den Außenmauern von Amtsgebäuden angebracht. Und der Aufwand für eine Überwachung der Blech-Tafeln ist einfach nicht vertretbar."


Bei der örtlichen Polizei glaubt man, dass ein "Souvenirjäger" das Schild gestohlen hat. Das Bezirksgericht soll ja mit 1. Jänner 2019 gemeinsam mit den Gerichten aus Oberndorf und Thalgau nach Seekirchen umziehen.


Neumarkts Bürgermeister Adolf Rieger kann sich den Diebstahl auch nicht erklären. Er denkt aber schon weiter. "Das Gerichtsgebäude gehört einer Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft. Wenn es 2019 frei wird, wollen wir das Gebäude und die Liegenschaft für die Gemeinde nutzen." Der Bürgermeister hat schon konkrete Pläne im Kopf. Die will er kommende Woche bei einem Treffen mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer besprechen.

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