Fr, 24. November 2017

Keiner vermisste ihn

12.02.2016 15:33

Spanien: Beamter ging sechs Jahre nicht arbeiten

In Südspanien ist ein Beamter mehr als sechs Jahre lang nicht zur Arbeit erschienen, ohne dass es seiner Behörde aufgefallen wäre. Zu dieser Zeit bezog er jeden Monat sein Gehalt. Seine Abwesenheit fiel laut Medienberichten vom Freitag erst auf, als ihm die Stadtverwaltung von Cadiz für seine 20 Dienstjahre eine Plakette überreichen wollte.

Die Stadt leitete ein Verfahren ein und verlangte von dem heute 69-Jährigen, der inzwischen pensioniert ist, die Rückzahlung des Nettogehalts eines Jahres in Höhe von 29.900 Euro. Ein Gericht bestätigte die Entscheidung und begründete dies so: "Der Beamte erschien in der Zeit von 2004 bis 2010 nicht an seinem Arbeitsplatz und verrichtete keinerlei Arbeiten."

Dass dies so lange Zeit nicht auffiel, lag der Behörde zufolge an einer "mangelhaften Abstimmung". Der Mann war von der Stadtverwaltung zu den Wasserwerken versetzt worden und sollte dort den Bau einer Kläranlage überwachen. "Im Rathaus glaubte man, er sei bei den Wasserwerken, und der Direktor der Wasserwerke wähnte ihn in der Stadtverwaltung."

Mann sieht sich als Opfer "politischen Mobbings"
Der 69-Jährige sieht sich als Opfer eines "politischen Mobbings". Nach Informationen der Zeitung "El Mundo" hält er der Stadtverwaltung vor, ihn aus politischen Gründen auf einen inhaltsleeren Posten abgeschoben zu haben. Obwohl es für ihn nichts zu tun gegeben habe, sei er gelegentlich in seinem Büro erschienen, berichtete das Blatt. Der Mann bestreite allerdings nicht, fürs Nichtstun bezahlt worden zu sein.

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