Sa, 16. Dezember 2017

Schallmooser Strich

30.09.2015 19:50

Rotes Licht für "Erlaubniszone"

Gegen den illegalen Strich mit all seinen ungustiösen und auch tragischen Nebenwirkungen scheint nichts wirklich zu helfen. Fast jede Nacht spielen sich vor den Fenstern der Anrainer in Salzburg-Schallmoos an der Vogelweiderstraße inklusive der dunklen Nebengassen Szenen ab, die jede Hemmschwelle überschreiten.

Polizei und Magistrat - zur Zeit wegen dem Flüchtlingsstrom gezwungenermaßen weniger vor Ort - sind mit Schwerpunkteinsätzen bemüht, kontrollieren und strafen mehrmals in der Woche, in der Hoffnung die Zustände etwas eindämmen zu können. Doch die Damen aus Osteuropa samt Zuhälter-Anhang scheint das nicht großartig zu stören.

Frauen werden ausgetauscht
Sammelt eine der Frauen, die zum Teil minderjährig und auch schwanger sind, zu viele Anzeigen und muss in das Polizeianhaltezentrum, wird sie einfach gegen eine nächste Kandidatin ausgetauscht. Wieder auf freiem Fuß geht die Reise weiter in eine nächste Stadt. Den Anrainern reicht es, auf einer Bürgerversammlung forderten sie die Einrichtung einer so genannten "Erlaubniszone" auf dem Parkplatz des Terminal Nord am Stadtrand, um die illegale Szene zumindest von der Vogelweiderstraße weg zu bekommen.

Große rechtliche Bedenken
Der zuständige Stadtvize Harald Preuner - der sich klar gegen solche "Verrichtungszonen" ausspricht - klopfte auf den Wunsch hin bei der Asfinag an, die winkt aber trotz Versprechen einer Prüfung verständlicherweise ab. Zu viele rechtliche Bedenken und Restriktionen durch das Bundesstraßengesetz stünden im Weg. Dazu kommt, dass sich kein Freier - übrigens kommen die meisten aus dem nördlichen Flachgau - in so einer offiziellen "Erlaubniszone" auch nur irgendwie blicken lassen möchte. Ein Einwand den das städtische Ordnungsamt MA 1 vorbrachte.

Nur Kontrollen helfen weiter
Fazit: Die Zone würde zwar bestehen, aber aus Anonymitätsgründen so gut wie nicht genutzt. Die "Geschäfte" würden weiter in den Seitengassen der Vogelweidestraße ablaufen. Bleiben also nur noch weitere und schärfere Kontrollen. Die Polizei hat das schon zugesagt und arbeitet mit rumänischen Ermittlern zusammen, aus deren Land die meisten Prostituierten Salzburg aufsuchen. Polizeidirektor Franz Ruf hatte schon früher diesbezüglich um Kooperation gebeten. 1266 Anzeigen wurden indessen mit Stand August bereits verhängt, allein im laufenden Jahr 2015 wurden 260 Frauen aufgegriffen und mit insgesamt 745 Anzeigen belegt. Die aktuellen Zahlen verschärfen diesen Trend. Beruhigt hat sich die Lage nach weiteren Beschwerden rund um den Baron-Schwarz-Park. Dort nächtigen derzeit kaum mehr Obdachlose unter freiem Himmel.

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