Di, 12. Dezember 2017

Zustrom ungebrochen

27.09.2015 09:25

Schon 30.000 Ausländer kämpfen für IS und Co.

Der Zustrom aus dem Westen zur Terrormiliz Islamischer Staat und ähnlichen Gruppen reißt nicht ab: Rund 30.000 ausländische Kämpfer haben sich seit 2011 ausländischen Terrormilizen in Syrien und im Irak angeschlossen. Unter ihnen seien zahlreiche westliche Staatsbürger, berichtete die "New York Times" am Samstag. Die UNO hatte die Zahl der ausländischen Kämpfer vor knapp einem Jahr noch mit 15.000 beziffert. Nun werden Vorwürfe lauter, das US-Militär spiele die Gefahr des IS herunter.

Die Zahl 30.000 nennt die "NYT" unter Berufung auf nicht näher genannte Vertreter von US-Geheimdiensten und Justizbehörden. Das US-Militär verkläre die weiterhin wachsende Gefahr der Terrorgruppe, um ihren Kampf gegen die Dschihadisten als Erfolg darzustellen, waren bereits zuvor Vorwürfe gegen das Pentagon laut geworden. Ein für Dienstag angekündigter Bericht des US-Kongresses kann jedoch keinen Erfolg erkennen: Demnach hat die Rekrutierung ausländischer Kämpfer durch den IS auch ein Jahr nach Beginn der Luftangriffe der US-geführten Koalition in Syrien und im Irak nicht nachgelassen.

Einen herben Rückschlag verbuchten die USA zuletzt auch bei ihrem Versuch, mithilfe syrischer Rebellen den Kampf gegen den IS zu verstärken. Nach Angaben des Pentagon haben von den USA in der Türkei ausgebildete syrische Kämpfer einen Teil ihrer Ausrüstung, darunter auch Waffen und Munition, dem Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front ausgehändigt.

Irak kooperiert im Kampf gegen IS mit Assad, Putin und dem Iran
In Kampf gegen den IS setzt der Irak indes nach eigenen Angaben auf eine Kooperation mit Syrien, Russland und dem Iran. Laut Interfax haben die vier Staaten in Bagdad ein gemeinsames Zentrum zum Informationsaustausch gegründet. Später könnten von der Einrichtung aus auch gemeinsame Militäreinsätze gegen den IS koordiniert werden. Die Vereinbarung einer Zusammenarbeit auf geheimdienstlicher und Sicherheitsebene sei angesichts der wachsenden Besorgnis der Regierung in Moskau über russische Extremisten beim IS getroffen worden, teilte das irakische Militär mit.

Die französische Luftwaffe flog unterdessen am Wochenende erstmals Angriffe gegen den IS in Syrien. Französische Kampfflugzeuge hätten die Extremisten bombardiert, teilte das Präsidialamt in Paris am Sonntag mit. Der Einsatz sei "in Koordination mit unseren Partnern in der Region erfolgt" und beweise die Entschlossenheit, "gegen die terroristische Bedrohung" durch die IS-Dschihadisten zu kämpfen. Grundlage der Angriffe seien die Informationen gewesen, welche die Luftwaffe bei ihren Aufklärungsflügen in den vergangenen Wochen gesammelt habe.

Ende August hatte auch Großbritannien erstmals Angriffe auf die Extremisten in Syrien geflogen. Beide Länder hatten sich zuvor nur im Irak an der von den USA angeführten Koalition gegen die IS-Anhänger beteiligt und scheuten eine Intervention im Bürgerkrieg in Syrien. Da es bisher aber nicht gelang, die Dschihadisten spürbar zu schwächen, entschlossen sich beide Länder, ihren Einsatz auszuweiten.

Syrien als heißes Thema bei UN-Generaldebatte
Die Lage in Syrien dürfte auch das zentrale Thema bei der UN-Generaldebatte kommende Woche in New York sein. Am Dienstag wird US-Präsident Barack Obama am Rande der UN-Vollversammlung einen internationalen Gipfel zum Kampf gegen den IS und andere Extremistengruppen leiten.

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