Fr, 15. Dezember 2017

"Wie Pakete"

31.08.2015 10:23

US-Republikaner will Migranten zurückverfolgen

Die Route von Einwanderern elektronisch nachverfolgen wie bei Paketen - mit diesem Vorschlag hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Chris Christie von sich reden gemacht. Der Gouverneur von New Jersey verwahrte sich am Sonntag im US-Fernsehsender Fox News gegen den Vorwurf, er lege nahe, "Menschen sind Pakete. Seien Sie nicht albern." Er wolle lediglich dieselbe Technologie wie bei Paketen verwenden, um zumindest 40 Prozent der rund elf Millionen illegal in die USA eingewanderten Menschen aufzuspüren, so Christie.

40 Prozent der illegalen Einwanderer in den USA seien mit einem gültigen Visum eingereist, aber nach dessen Ablauf untergetaucht. Diese Einwanderer sollten mithilfe der im Paketversand üblichen Technologie aufgespürt werden. Christie hatte den Vorschlag laut einem Bericht der "New York Times" in der Nacht auf Sonntag bei einer Wahlveranstaltung im Bundesstaat New Hampshire unterbreitet.

Christie: "Wir werden Sie kriegen"

"Egal wie lang Ihr Visum ist, wir werden Sie kriegen", wandte sich Christie laut "NYT" an die Einwanderer. "Wir tippen Ihnen auf die Schulter und sagen 'Entschuldigung. Danke fürs kommen. Zeit zu gehen.'" Auf Fox News kritisierte Christie, dass die Regierung technologisch nicht so mit der Zeit gehe wie die Wirtschaft. "Wir können das machen", warb der Republikaner für seinen Vorschlag. "Daran ist nichts falsch."

Christie hat Mühe, sich unter den insgesamt 17 Präsidentschaftsbewerbern der Republikaner hervorzutun. Laut einer neuen Umfrage kann er bei der Vorwahl in Iowa mit zwei Prozent der Stimmen rechnen und käme damit auf Rang elf der Bewerber.

Illegale Einwanderung zentrales Wahlkampfthema

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Scott Walker bezeichnete unterdessen Überlegungen, auch an der US-Grenze zu Kanada eine Sperranlage zu bauen, als "legitim". Dieser Vorschlag müsse geprüft werden, sagte der Gouverneur von Wisconsin dem Fernsehsender NBC. An der US-Grenze zu Mexiko gibt es bereits Sperranlagen.Illegale Einwanderung ist nicht zuletzt wegen dem Milliardär Donald Trump ein zentrales Thema im US-Vorwahlkampf. Dieser hatte bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung für die Republikaner im Juni Einwanderer aus Mexiko pauschal als "Vergewaltiger" gebrandmarkt.
In den Umfragen liegt Trump an der Spitze der republikanischen Präsidentschaftsbewerber.
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