So, 17. Dezember 2017

Mit "Ausrüstung"

20.08.2015 09:50

Hamas will Delfin-Spion aus Israel gefangen haben

Der Hamas im Gazastreifen ist nach eigenen Angaben ein israelischer Spion ins Netz gegangen. Seine angeblichen Arbeitgeber dürfte der Agent allerdings nicht preisgeben, handelt es sich doch um einen Delfin. Der Meeressäuger soll mit Kameras und tödlichen Pfeilen ausgerüstet gewesen sein, erklärten Hamas-Funktionäre. Der Vorfall reiht sich nahtlos in die Reihe von Berichten und Gerüchten über den militärischen Einsatz von Delfinen und anderen Meeressäugern ein, die während des Kalten Krieges ihren Anfang nahm.

Mitglieder des Marinekommandos der Palästinenserorganisation hätten den Delfin vor einigen Wochen vor der Küste von Gaza gefangen genommen, berichteten sowohl die palästinensische Zeitung "Al-Quds al-Arabi" als auch die Onlinezeitung "Times of Israel" unter Berufung auf Hamas-Funktionäre. Das Tier habe sich demnach durch "verdächtige Bewegungen" verraten. Der Meeressäuger sei laut Hamas-Angaben mit "Spionage-Ausrüstung" ausgestattet gewesen. Unter anderem habe er Kameras mit sich geführt. Auch eine Abschussvorrichtung für Pfeile, mit denen das Tier Menschen verletzen oder töten hätte können, sei bei dem Delfin gefunden worden.

Den Medienberichten zufolge ist die Hamas davon überzeugt, dass der Delfin das Training ihres Marinekommandos ausspionieren hätte sollen. Das Tier habe die Übungen ihrer Kämpfer im Wasser filmen wollen, so die Palästinenser. Während des letzten Gaza-Konflikts im Sommer 2014 waren palästinensische Kämpfer dieser Einheit über das Meer nach Israel eingedrungen, wurden aber am Strand von israelischen Soldaten getötet.

Immer wieder tierische Spionagevorwürfe gegen Israel
Spionagevorwürfe solcher Art gegen Israel gab es in der Vergangenheit immer wieder. So will die Türkei in den vergangenen Jahren bereits zwei angebliche Spionage-Vögel geschnappt haben. Ein verdächtiger Falke wurde jedoch 2013 nach seinem Aufgriff für unschuldig erklärt - und wieder in die Freiheit entlassen. Auch der Sudan will nach eigenen Angaben 2012 einen Adler mit israelischer Beringung gefangen genommen haben - und den Raubvogel als Mossad-Spion enttarnt haben. Ägypten wiederum warf Israel 2010 vor, Haie auf Touristen an den Stränden des Roten Meeres loszulassen, um so der Tourismusbranche im Nachbarland zu schaden.

Gänzlich als Scherz bzw. Paranoia abgetan werden können die jüngsten Spionage-Vorwürfe der Hamas nicht. Fakt ist, dass es seit den Zeiten des Kalten Krieges immer wieder Berichte und Gerüchte über Delfine und andere Tiere gibt, die zu militärischen Zwecken eingesetzt werden. Die USA und Russland unterhalten seit damals Meeressäuger-Programme, lieferten sich auch in dieser Hinsicht lange Zeit ein Wettrüsten. Während die Amerikaner bis heute Delfine und Seelöwen einsetzen sollen, dürften sich die Russen mittlerweile nur noch auf das militärische Training von Seelöwen konzentrieren.

"American Sniper" von Delfinen attackiert
Über das US-Delfinprogramm berichtete etwa das Nachrichtenmagazin "Spiegel" vor einigen Jahren. Demnach würden feindliche Taucher von den amerikanischen Delfinen derart vorsichtig aufgespürt und markiert, dass diese die Anwesenheit der Meeressäuger gar nicht bemerkten. Aber die Tiere können angeblich auch zu einer ernst zu nehmenden Gefahr für den Feind werden. So schilderte der US-Scharfschütze Chris Kyle in seinem Buch "American Sniper", wie er bei seiner Ausbildung von Delfinen heftig attackiert worden sei. Seinen Worten zufolge seien die Meeressäuger dazu abgerichtet, Tauchern die Rippen zu brechen.

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