Fr, 15. Dezember 2017

"Sind ein Risiko"

25.07.2015 10:13

US Army will schwer bewaffnete Wächter loswerden

Seit dem blutigen Angriff auf Militäreinrichtungen in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee vor einer Woche, als ein 24-Jähriger vor einem Rekrutierungsbüro und in einem Reservistenzentrum das Feuer eröffnete und fünf Menschen tötete, patrouillieren vielerorts zum Teil schwer bewaffnete zivile Wächter, um die Soldaten zu beschützen. Doch das ist der US-Armee gar nicht recht: Nun versucht man, die freiwilligen Wächter loszuwerden.

Pentagon-Sprecher Peter Cook bat die bewaffneten Zivilisten am Freitag darum, nicht länger vor den Büros Wache zu stehen. Das Verteidigungsministerium sei dankbar für die "Welle der Unterstützung", die Wachposten könnten sich für die Armee aber auch "negativ auswirken" und zu "unbeabsichtigten Sicherheitsrisiken" führen. Medienberichten zufolge hatte ein freiwilliger Wächter vor einem Rekrutierungsbüro in Ohio am Donnerstag versehentlich seine Waffe abgefeuert.

"Ich bin mir sicher, die Bürger meinen es gut"
Seitdem waren vielerorts bewaffnete Bürger, oft auch organisierte Gruppen mit schwerer Bewaffnung, vor Rekrutierungsbüros aufmarschiert und patrouillieren dort, da die Angestellten der Büros im Dienst keine Waffen tragen dürfen. "Ich bin mir sicher, dass es die Bürger gut meinen, aber wir können dies nicht in jedem Fall annehmen und wir befürworten diese Handlungsweise nicht", heißt es auch in einem Brief der Army, der bereits Anfang der Woche dafür sorgen sollte, dass die Bewaffneten abziehen. In dem Brief werden Soldaten und Angestellte der Büros zudem gebeten, jedem aus dem Weg zu gehen, der vor einem der Rekrutierungszentren Schutz anbietet, und diese Personen gegebenenfalls auch den Behörden zu melden.

Diese Art des Schutzes für die Rekrutierungsbüros sei nicht nötig, so die Army. Bereits zwei Tage nach dem Angriff in Chattanooga verschärften mehrere Bundesstaaten die Sicherheitsvorkehrungen für die Nationalgarde. Mitglieder der Reservemiliz wurden bewaffnet, um Militäreinrichtungen zu schützen. Die Maßnahme solle eine abschreckende Wirkung haben und den Sicherheitskräften die Möglichkeit zur Selbstverteidigung geben, erklärte unter anderem der Gouverneur von Texas, Greg Abbott. Auch Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte Maßnahmen zum besseren Schutz für Soldaten und Militärpersonal in Einrichtungen der Armee an, mahnte aber zur Vorsicht.

Schon mehrfach Überfälle auf Militäreinrichtungen
In den USA hat es schon mehrfach Überfälle auf Militäreinrichtungen gegeben. Im September 2013 hatte ein Marine-Reservist auf der Militärbasis Navy Yard in Washington zwölf Menschen erschossen. Der Mann wurde anschließend bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Im November 2009 hatte ein Militärpsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Der Schütze wurde vor zwei Jahren zum Tode verurteilt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden