Fr, 24. November 2017

Abschlussbericht

19.07.2015 12:43

Tirol-Absturz: Cessna hätte nicht starten dürfen

Brisante Details fördert der Abschlussbericht der Flugunfallkommission über den Absturz der Cessna am 30. September 2012 bei Ellbögen in Tirol zu Tage. Dabei kamen sechs Menschen - fünf Tiroler und der Salzburger Pilot - ums Leben. Das Flugzeug hätte gar nicht abheben dürfen, da zum Unglückszeitpunkt gar nicht lufttüchtig war. Zuvor wurden nämlich technische Veränderungen vorgenommen.

Es war am 30. September 2012 gegen 6.50 Uhr, als die Cessna 414 A Chancellor am Innsbruck Flughafen startete. An Bord waren der Salzburger Pilot sowie sieben Passagiere. Die Freunde aus dem Zillertal wollten damals ins spanische Valencia fliegen, um dort einen Motorrad-WM-Lauf live mitzuerleben. Doch dort sollten sie nie ankommen

Denn schon wenige Minuten später, um 7.12 Uhr, verschwand die Cessna vom Radar. Die Austro-Control schlug sofort Alarm und fast zeitgleich ging der Notruf eines Jägers im Wipptal ein, der im Bereich von Ellbögen ein Flugzeug abstürzen gesehen habe. Um 7.24 Uhr rücken die Einsatzkräfte aus. Als diese am Unglücksort auf 1.612 Metern Seehöhe eintrafen, stand die Maschine in Vollbrand. Für sechs der sieben Insassen kam jede Hilfe zu spät!

Mehrere Mängel festgestellt
Knapp drei Jahre später legte die Flugunfallkommission der Bundesanstalt für Verkehr nun den Endbericht vor. Daraus geht hervor, dass der Pilot an diesem Tag gar nicht abheben hätte dürfen. Ihm soll nicht nur die Berechtigung für gewerbsmäßige Transporte gefehlt haben, sondern er soll auch gar keine Befähigung für einen Instrumentenflug mit ausschließlicher Navigationskontrolle durch die Bordinstrumente gehabt haben - einen solchen "Blindflug" hatte er aber kurz nach dem Start eingeleitet.

Und dann sei die Cessna zum Unglückszeitpunkt um 360 Kilogramm überladen auch gar nicht lufttüchtig gewesen - laut Unfallkommission wurden nämlich an der Maschine technische Veränderungen durchgeführt, die in der Folge nicht überprüft wurden. Die Cessna hätte also gar nicht starten dürfen!

Im Abschlussbericht wird aber gleichzeitig auch festgehalten, dass weder die Überladung noch die technischen Veränderungen an der Maschine schlussendlich für den Absturz bei Ellbögen verantwortlich waren.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden