So, 18. Februar 2018

Germanwings-Absturz

18.07.2015 17:35

Hinterbliebene lehnen Entschädigungsangebot ab

Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes haben ein Entschädigungsangebot der Lufthansa abgelehnt. "Wir lehnen das Angebot ab, weil die Hinterbliebenen es als unangemessen empfinden", sagte der Berliner Anwalt Elmar Giemulla, der nach eigenen Angaben 35 Opfer-Familien vertritt, am Samstag. "Die Empörung ist sehr groß. Wir erwarten jetzt ein neues Angebot."

Die Lufthansa hatte vorgeschlagen, dass die rechtmäßigen Erben jedes Opfers deutscher Nationalität 25.000 Schmerzensgeld erhalten. Zudem soll jeder nächste Angehörige mit Wohnsitz in Deutschland 10.000 Euro für "unterstellte eigene Gesundheitsschäden" erhalten. Zu dieser Gruppe zählen dem Angebot zufolge Eltern, leibliche Kinder, Adoptivkinder, Ehegatten und eingetragene oder eheähnliche Lebenspartner mit gemeinsamem Wohnsitz.

In einem Schreiben Giemullas an den Lufthansa-Anwalt heißt es: "Es wird Sie nicht verwundern, dass meine Mandanten mich gebeten haben, dieses Angebot als unangemessen abzulehnen." In dem siebenseitigen Brief mit Datum vom 13. Juli werden die vorgeschlagenen Entschädigungssummen als zu gering bezeichnet.

Anwalt fordert "sechsstellige Zahl im unteren Bereich"
Anstatt des sogenannten ererbten Schmerzensgelds in Höhe von 25.000 Euro fordert Giemulla eine "jeweils sechsstellige Zahl im unteren Bereich". Dies fordert der Anwalt auch statt des angebotenen "Angehörigenschmerzensgelds" in Höhe von 10.000 Euro. Den von der Lufthansa definierten Kreis der Anspruchsberechtigten lehnt Giemulla als "eindeutig zu eng definiert" ab. Er fordert, auch Großeltern, Geschwister sowie Enkel einzubeziehen.

Der Lufthansa-Vorschlag sei "kein Angebot, mit dem Verhandlungen eröffnet werden könnten", heißt es am Ende des Briefes. Giemulla fordert den Lufthansa-Anwalt auf, bei dem Konzern "eine unternehmenspolitische Entscheidung anzuregen und mir einen weiteren Vorschlag zu unterbreiten, der die Eröffnung von ernsthaften Verhandlungen möglich macht".

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf waren am 24. März alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Den Ermittlungen zufolge hatte der Copilot den Airbus absichtlich in den französischen Alpen abstürzen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden