So, 25. Februar 2018

Gemeindechefs empört

28.06.2015 17:23

Lautes Nein zur HCB-Verbrennung

„Es ist schlimm, wie mit den Bürgern umgegangen wird!“ – Empört reagieren Gailtaler Bürgermeister auf einen „Krone“-Bericht, wonach im Industriepark in Arnoldstein mit dem Umweltgift HCB kontaminiertes Erdreich verbrannt worden ist.

Wir sind doch keine Versuchskaninchen!“, tobt der Nötscher Bürgermeister Alfred Altersberger, nachdem bekannt wurde, dass die Donau Chemie in der ABRG Arnoldstein HCB-Erde verbrennen hatte lassen. Bei einer Überprüfung Ende April entdeckte die Behörde laut HCB-Koordinator Albert Kreiner, dass verunreinigtes Material von der Altlast K20 aus dem Görtschitztal nach Arnoldstein gebracht werde.

Informiert wurde darüber niemand – nicht einmal Bezirkshauptmann Bernd Riepan wusste etwas davon.„Wir haben sofort die Gemeinde Arnoldstein verständigt, Messstellen installiert und Brennversuche gefordert“, so Landesrat Rolf Holub: „Es ist aber alles rechtens, denn alle notwendigen Genehmigungen sind dafür vorhanden.“ Verbrannt wurde laut Behörde nur „Braunware“, also leicht HCB-belastetes Material.

Holub: „Das Gift gibt es, es gehört entsorgt. Und Arnoldstein ist der beste Platz in Kärnten dafür. Außerdem ist selbst Greenpeace für die Verbrennung. Nicht jeder, der HCB verbrennt, vergiftet gleich die Bevölkerung.“

Allerdings hätten die Verantwortlichen gerade mit diesem hochsensiblen Thema geschickter umgehen sollen. Die Bürgermeister der Nachbargemeinden sind außer Rand und Band! „Das ist eine Unverschämtheit! Wie kann man die Bevölkerung so hinters Licht führen“, ärgert sich Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch: „Hat man denn aus dem Görtschitztal nichts gelernt?“

Auch für den Feistritzer Bürgermeister Dieter Mörtl ist es eine „Frechheit“: „Zuerst hat man das Görtschitztal vergiftet, will man das jetzt mit dem Gailtal auch machen?“ Landesrat Christian Ragger: „Damit wird der Naturpark Dobratsch zu einem Giftpark.“

Derzeit wird übrigens in Arnoldstein kein HCB verbrannt. Albert Kreiner: „Die ABRG überprüft, ob es sich für sie überhaupt noch lohnt, das Material zu entsorgen, wenn zusätzlich noch Brennversuche zu machen sind.“

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