Sa, 24. Februar 2018

Vorrangig ambulant

23.06.2015 13:11

Pflegeangebot wird konsequent weiterentwickelt

Das Land Vorarlberg sieht sich beim Thema Pflege vor "großen Herausforderungen", man werde aber die hohe Qualität in der Betreuung wahren. Das betonten am Dienstag Landeshauptmann Markus Wallner und Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. Das bestehende Angebot werde nach dem Grundsatz "ambulant vor stationär" konsequent weiterentwickelt.

In Vorarlberg lebten im vergangenen Jahr rund 17.000 Pflegegeldbezieher. 8.150 Menschen wurden von Krankenpflegevereinen betreut, 4.556 von mobilen Hilfsdiensten. Für etwa 1.300 Pflegebedürftige wurden 2,2 Mio. Euro an Zuschuss zur 24-Stunden-Betreuung ausbezahlt, zudem erhielten 1.162 Personen in den Pflegestufen fünf bis sieben für die ambulante Pflege jeweils 200 Euro monatlich (gesamt: 2,1 Mio. Euro) - eine Leistung, die es nur in Vorarlberg gebe, so Wallner und Wiesflecker.

Die Soziallandesrätin zeigte sich mit der Entwicklung des 2011 eingeführten Case Management sehr zufrieden. Dabei wurden landesweit flächendeckend Anlaufstellen geschaffen, bei denen Pflegebedürftige bzw. Angehörige qualifiziert beraten und an die benötigten Dienstleister vermittelt werden. Im Vorjahr wurden im Case Management 22.000 Leistungsstunden erbracht und über 1.500 Klienten begleitet. Bei 29 Trägern waren 39 Fachkräfte im Case Management tätig.

Sichergestellt wird das regionale Angebot durch das sogenannte Care Management, das die ambulanten und stationären Dienstleistungen im Austausch mit den Gemeinden und Anbietern vernetzt und weiterentwickelt. Von 19 solchen Planungsregionen waren im Vorjahr elf verwirklicht, bis 2017 sollen die restlichen folgen.

Als nächste Arbeitsschwerpunkte in der Vorarlberger Sozialpolitik nannte Wiesflecker unter anderem die Sicherstellung der ambulanten Dienste. So habe sich etwa das System der mobilen Hilfsdienste sehr bewährt. Man werde sich weiterhin bemühen, einen Teil der Frauen in ein Beschäftigungsverhältnis überzuführen. Die damit verbundenen rechtlichen Fragen sollten bald geklärt sein. Eine große Herausforderung bleibe auch weiterhin, qualifiziertes Personal - insbesondere für den Langzeitpflegebereich - zu bekommen. Im stationären Bereich wird laut Wiesflecker gerade die Pflegeheim-Bettenprognose bis 2020 erstellt. Diese soll im Herbst vorliegen.

Landeshauptmann Wallner betonte, dass bei den nächsten Finanzausgleich-Verhandlungen der Bereich der Pflege wieder ein sehr entscheidender sein werde. Eine langfristige Absicherung der Mitfinanzierung der Strukturen vor Ort durch den Bund über den Pflegefonds "wäre wichtig", so Wallner.

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