Mi, 17. Jänner 2018

Außer Kontrolle

18.04.2006 16:10

Lage in Nepal läuft aus dem Ruder

Im Konflikt zwischen Monarchie und Opposition in Nepal gerät die Lage nach Einschätzung Indiens zunehmend außer Kontrolle. Indien wolle sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen, doch scheine die Situation in Nepal zunehmend aus dem Ruder zu laufen, sagte der indische Sondergesandte Karan Singh am Dienstag.

In der westnepalesischen Stadt Nepalgunj gingen am Dienstag mehr als 20.000 Demonstranten gegen Gyanendras autoritäre Herrschaft auf die Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein und schoss in die Luft, ergriff aber dann die Flucht, wie ein Journalist berichtete. Demonstranten griffen eine Baustelle an, die den Namen des Königs trägt. In Kathmandu seien ein unbeteiligter Lehrer und in Udayapur, 200 Kilometer östlich der Hauptstadt, ein Demonstrant durch Polizeigeschosse verletzt worden, erklärten Vertreter des Oppositionsbündnisses SPA.

Dutzende Verhaftungen in Kathmandu
In Kathmandu wurden nach Polizeiangaben mindestens 25 Regierungsangestellte verhaftet, weil sie sich an den Demonstrationen gegen die Regierung beteiligt hatten. Trotz eines Verbots ist für Donnerstag eine Großdemonstration in der Hauptstadt geplant, zu der die Opposition 500.000 Teilnehmer erwartet.

Mit ihren Aktionen versucht die Sieben-Parteien-Allianz SPA den König zur Rückkehr zur Demokratie zu zwingen. Gyanendra hatte vor rund 14 Monaten im Kampf gegen maoistische Rebellen den Ausnahmezustand verhängt und die Alleinherrschaft übernommen. Die politischen Parteien schaltete er zunehmend aus.

Das könnte Sie auch interessieren
Für den Newsletter anmelden