Di, 12. Dezember 2017

Ernüchternde Bilanz

17.06.2015 20:00

Hypo-Bad-Bank fehlen sieben Milliarden Euro

Die Hypo-Abbaueinheit Heta hat sieben Milliarden Euro zu wenig, um ihre Schulden zu zahlen. Verbindlichkeiten von 16,6 Milliarden stehen Vermögen von 9,6 Milliarden Euro gegenüber, ergab die Bilanz für 2014, wie am Mittwochabend bekannt wurde. Die Überprüfung der Werte (Kredite und Immobilien) ergab ein Loch von 3,3 Milliarden Euro, aber auch für die Balkan- und Italientöchter sind Milliardenabschreibungen nötig.

Das Finanzloch ist entstanden, weil alle offenen Kredite und Sicherheiten in Form von Immobilien neu bewertet wurden - unter dem Aspekt, dass man alles in den nächsten drei bis fünf Jahren eintreiben bzw. verkaufen müssen wird. Da sich speziell auf dem Balkan die Wirtschaftslage nicht so bald deutlich bessern wird, führt das zu hohen Abschreibungen.

Kosten für Balkan-Töchter und Bayern-Prozesse berücksichtigt
Der neue Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath hatte im Auftrag von Finanzminister Hans Jörg Schelling zwei Wirtschaftsprüfer beauftragt. Berücksichtigt wurden auch die Kosten für die Balkan-Töchter (um den Verkauf abzuschließen, muss die Heta Risiken übernehmen) und Italien sowie für die Prozesse mit den Bayern.

Finanzministerium: Keine Auswirkung auf Steuerzahler
Heta-Chef Schoenaich-Carolath bezeichnete die Vorjahresbilanz als "realistisches Bild" der Lage, unter der Annahme, dass die Vermögen in den nächsten drei bis fünf Jahren verkauft werden. Das sei sicher die bisher kritischste Hypo-Bilanz. Zugleich plädierte er für einen raschen Verkauf: "Die Assets werden nicht besser." Eine Beteiligung der Steuerzahler an den Kosten "ist nicht vorgesehen", so der Vorstandschef. Auch das Finanzministerium betonte am Mittwochabend, dass der Riesenverlust keinerlei Auswirkungen auf die Steuerzahler habe. Primär seien die Gläubiger betroffen. Wie stark diese belastet werden, werde sich mit dem endgültigen Abwicklungsbescheid der Finanzmarktaufsicht bis zum 31. Mai 2016 zeigen.

Zahlungsmoratorium bis Ende Mai 2016
Die FMA hatte im März, als sich das Finanzloch bereits abzeichnete, ein Zahlungsmoratorium bis zum 31. Mai 2016 verfügt. Bis dahin werden daher auch keine Liquiditätsprobleme des Instituts auftreten, danach wird es jedoch anders ausschauen. Damit der Steuerzahler nicht wieder zum Handkuss kommt, muss die Heta das fehlende Eigenkapital auftreiben. Die Anleihegläubiger pochen bekanntlich auf die Haftung des Landes Kärnten, die derzeit bei 10,2 Milliarden Euro liegt. Gelingt zum Beispiel der angepeilte Schuldenschnitt (im Gespräch sind 50 Prozent), wäre ein Fünf-Milliarden-Loch weg. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden