Mo, 22. Jänner 2018

Terror in Tel Aviv

18.04.2006 15:27

Keine militärische Reaktion Israels

Als Reaktion auf den Selbstmordanschlag in Tel Aviv entzieht Israel drei Abgeordneten der Hamas das Wohnrecht in Jerusalem. Die Regierung beschloss am Dienstag mehrere Vergeltungsmaßnahmen, schloss einen umfassenden Militäreinsatz aber aus. Die von der radikalislamischen Hamas geführte palästinensische Regierung werde jedoch direkt für den Anschlag verantwortlich gemacht, hieß es.

Israel droht jetzt führenden Mitgliedern der radikalen Palästinenserbewegungen Islamischer Jihad und Hamas mit ihrer gezielten Tötung. Auch Funktionäre der Palästinenserregierung kämen als Ziele in Frage, sagte ein Verantwortlicher des Büros von Regierungschef Ehud Olmert am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Laut Radioberichten wies Olmert die israelische Armee an, den "Druck" in den Palästinensergebieten zu erhöhen. Die Polizei wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Abbas unter Druck
Palästinenserpräsident Abbas wurde nach dem Anschlag von militanten Palästinensern auf bisher nicht dagewesene Weise politisch unter Druck gesetzt. "Wir fordern Bruder Abu Mazen auf, sich für den Schaden zu entschuldigen, den er dem palästinensischen Volk zugefügt hat", sagte ein vermummter palästinensischer Aktivist vor Journalisten in Gaza. Abbas hatte den Selbstmordanschlag als "verachtenswert" bezeichnet und gesagt, die Tat verstoße gegen den "nationalen Konsens" der Palästinenser, der Gewalt gegen Israel abzuschwören.

Im Gegensatz zu Abbas hatte die regierende Hamas den Anschlag nicht verurteilt, sondern die "aggressive" Politik Israels für die Tat verantwortlich gemacht. Der junge palästinensische Attentäter hatte sich am Montag während des jüdischen Osterfests an einer Imbissbude in Tel Aviv in die Luft gesprengt und neun Menschen mit in den Tod gerissen.

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