Di, 22. Mai 2018

Nach Darm-OP

02.06.2015 14:03

Deutschlands Altkanzler Kohl auf Intensivstation

Deutschland ist in Sorge um seinen Altkanzler Helmut Kohl. Der 85-Jährige liegt auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Heidelberg, nachdem er sich zuvor einer Darm-Operation unterziehen musste. Einem "Bunte"-Bericht zufolge verlor Kohl bei dem Eingriff für "längere Zeit" das Bewusstsein.

Sein Zustand sei "sehr ernst", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld Kohls- Nach Angaben seines Berliner Büros geht es dem 85-Jährigen aber "den Umständen entsprechend gut". Kohl wurde bereits am 4. Mai in der Orthopädie des Klinikums in Heidelberg ein neues Hüftgelenk eingesetzt. "Ich möchte so schnell wie möglich wieder nach Hause", sagte Kohl damals. Nun ist jedoch fraglich, ob der Altkanzler wie geplant ab dem ersten Juniwochenende seine Reha in einer bayerischen Klinik antreten kann.

Kohl war von 1982 bis 1998 deutscher Bundeskanzler. Er ist damit bei unseren Nachbarn der Regierungschef mit der längsten Amtszeit. In diese fiel auch die deutsche Wiedervereinigung, weshalb er oft als "Einheitskanzler" bezeichnet wird.

"Gefesselter Riese" nur noch selten in der Öffentlichkeit
2008 erlitt Kohl bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma, seither sitzt er im Rollstuhl und kann nur schwer sprechen. Er tritt nur noch selten öffentlich auf, und wenn er spricht, ist er kaum zu verstehen. Anlässlich eines Festaktes im Dezember in Dresden zum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat Österreichs Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel eine bittere aber treffende Bezeichnung für den CDU-Übervater gefunden und ihn "gefesselter Riese" genannt.

Mehr als 40 Jahre war Kohl Parlamentarier, zuerst im Mainzer Landtag und von 1976 an im Bundestag. Sieben Jahre war er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Als erster deutscher Kanzler kam er durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 1. Oktober 1982 an die Macht und stürzte Helmut Schmidt. 1998 wählten die Bürger ihn ab, Rot-Grün gewann.

Dabei wollte Kohl 1996/97 eigentlich schon als Kanzler zurücktreten: "Ich glaubte, 14 Jahre waren genug", sagte er 2003 in einem Interview. Er wollte den Weg freimachen für Wolfgang Schäuble - doch dann rückte die Euro-Einführung näher und er sah sich als einziger Garant, die damalige knappe schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag zu sichern.

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