So, 27. Mai 2018

Mittelfinger gezeigt

23.04.2015 14:08

Derbe Geste: Wird Boston-Bomber deshalb sterben?

Im Prozess gegen den überlebenden Attentäter vom Boston-Marathon, Dzhokhar Tsarnaev, hat die Verhandlung über das Strafmaß begonnen. Während die Anwälte darum kämpfen, den 21-Jährigen vor der Todesstrafe zu bewahren, tauchte nun ein Überwachungsvideo aus der Zelle des Boston-Bombers auf, das diesen mit gestrecktem Mittelfinger zeigt. Die Geste veranlasst zu Spekulationen und wirft die Frage auf, ob ihn diese Handlung nun das Leben kosten könnte.

Die Geschworenen entscheiden im zweiten Prozessabschnitt, ob der 21-jährige Tsarnaev zum Tode verurteilt wird oder lebenslang ins Gefängnis muss. Ein Urteil wird in rund vier Wochen erwartet.

Bomber bereits für schuldig befunden
Die Geschworenen hatten Tsarnaev vor knapp zwei Wochen für schuldig befunden, den Anschlag am 15. April 2013 gemeinsam mit seinem später getöteten Bruder Tamerlan verübt zu haben. Die Brüder hatten im Zielbereich des Boston-Marathons zwei selbst gebaute Sprengsätze gelegt, die kurz nacheinander detonierten. Drei Menschen wurden bei dem schwersten Terroranschlag in den USA seit dem 11. September 2001 getötet, mehrere der 264 Verletzten verloren Arme oder Beine.

Auf der Flucht erschoss das Brüderpaar auch einen Polizisten und entführte einen Autofahrer. Tamerlan kam bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben, Dzhokhar wurde vier Tage nach dem Anschlag festgenommen. Seine Anwälte räumten in dem Prozess die Beteiligung ihres Mandanten ein, allerdings argumentieren sie, dass Dzhokhar unter dem Einfluss seines sieben Jahre älteren Bruders gestanden sei.

Ankläger: Tsarnaev zeigt keine Reue
Die Ankläger geben sich allerdings nicht so leicht geschlagen und veröffentlichten daher am Mittwoch das Video aus der Zelle des Boston-Bombers. Die Bilder wurden drei Monate nach dem Attentat aufgenommen und sollen laut den Juristen zeigen, dass Dzhokhar keine Reue zeige. Wie auch immer sich die Geschworenen entscheiden werden, die Verteidigung Tsarnaevs hat es nun bestimmt nicht leichter.

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