Mo, 28. Mai 2018

Aufruhr in Mexiko

20.04.2015 08:23

Bürgerwehr-Mitglieder von Polizei "hingerichtet"

Mexikanische Bundespolizisten sollen Medienberichten zufolge im Westen des Landes nach der Niederschlagung von Protesten 16 Menschen hingerichtet haben. Die Zeitschrift "Proceso" und das Nachrichtenportal "Aristegui Noticias" berichteten am Sonntag unter Berufung auf Zeugenaussagen, Videos und andere Beweise, dass die Beamten Anfang Jänner in Apatzingan im Bundesstaat Michoacan auf Mitglieder einer Bürgerwehr geschossen hätten - in der Absicht, diese zu töten.

In Apatzingan hatten Anfang Jänner Kräfte einer ländlichen Bürgerwehr gegen die Auflösung ihrer Truppe demonstriert. Eine Gruppe von ihnen besetzte aus Protest ein Gelände in der Nähe des Rathauses. Laut offizieller Darstellung, die unmittelbar nach dem Vorfall veröffentlicht wurde, starben bei Auseinandersetzungen und Schusswechseln zwischen den Demonstranten und der Bundespolizei neun Menschen, 44 Teilnehmer wurden festgenommen. Die Bürgerwehr hatte sich dem mächtigen Drogenkartell der Tempelritter entgegengestellt, bevor sie aufgelöst wurde.

Umfangreiches Beweismaterial soll Hinrichtung belegen
Die Journalistin Laura Castellanos rekonstruierte den Vorfall im Jänner anhand der Befragung von 39 Augenzeugen, die anonym blieben. Außerdem wertete sie Videos und anderes Beweismaterial aus und kam zu dem Schluss, dass bei dem Vorfall 16 Menschen starben. Die Bürgerwehr-Mitglieder seien damals höchstens mit Stöcken und nicht mit Schusswaffen ausgerüstet gewesen. Auf "Aristegui Noticias" wurden 16 Zeugen zitiert, die aussagten, dass die Demonstranten von den Bundespolizisten exekutiert worden seien. "Tötet sie wie Hunde", riefen die Bundespolizisten dem Bericht zufolge.

Die Nationale Sicherheitskommission hatte am Samstag mitgeteilt, sie habe anonym ein Video zugeschickt bekommen, das auf eine "exzessive Gewaltanwendung" durch Polizeibeamte in Apatzingan hinweise. Daher sei die Einleitung von Ermittlungen veranlasst worden. Aus der Mitteilung wurde nicht deutlich, ob es sich um denselben Vorfall handelt.

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